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„Runter auf den Boden!“

Beide st"urzen auf den Boden und das Parkett gibt nach.

Ich stehe auf und beuge mich zur Seite, um die Eingangst"ur zu sehen. Von hier aus, sehe ich nur die Beine des Typs auf der Treppe. Er lebt, die H"ande zappeln.

„Eh, du! Zieh ihn rein!“

Der an der Schulter verletzte Kumpane nickt, greift mit der unversehrten Hand nach dem Stiefel und zerrt den auf dem R"ucken liegenden Kumpanen in den Wohnungskorridor.

Mann! Brust und Rumpf sind v"ollig zerfetzt. Der hat nicht mehr lange zu leben.

„Hast du eine Waffe?“

„Ein Messer“, bringt der Verletzte heiser hervor.

„Schneid ihm die Kehle durch! Dann wirfst du das Messer hierher, auf den Boden!“

Wenn ich diesen Befehl erhalten h"atte… ich h"atte es nicht fertiggebracht. Einem lebenden Menschen mit dem Messer die Kehle durchzuschneiden… nein, das kann ich nicht! Wenn du es selbst nicht fertigbringst, muss du einen anderen dazu zwingen, es f"ur dich zu tun! Das war die Devise unseres Kompaniechefs bei der Armee. Falls der Typ hier gez"ogert hat, habe ich es jedenfalls nicht bemerkt. Der schlachtet seinen Kumpel mit einem Messerschnitt ab! Mir wurde "ubel. Das Messer rutscht "uber den Boden.

„Ok“, sage ich heiser. Das war meine Stimme, aber f"ur andere musste das unheimlich klingen. Die beiden B"osewichter zuckten zusammen.

„Verschwindet und zeigt euch hier nie wieder! Verstanden?! Andernfalls…“ Ich schaue bestimmt in Richtung Treppe. „Fragen?“

Die beiden "Ubelt"ater sch"utteln fast synchron die K"opfe.

„Taschen umdrehen!“

Auf den Boden f"allt allerlei Kram. Aha, noch ein Messer. Das trug der Halbstarke am G"urtel.

„Du, Mistkerl!“ Das klang beinahe traurig. „Ach, und ich habe dich nicht gleich erledigt! Gl"uck gehabt, dass ich gutm"utig aufgelegt bin.“

Die zwei waren wie vom Erdboden verschluckt.

Unter der hingeworfenen Beute findet sich ein solides Messer, das ich mitnehme, denn es ist viel besser als mein Klappmesser. Zwieback, ein paar Konservenb"uchsen… tja, nicht gerade umwerfend.

Ich wende mich dem dritten Taschendieb zu. Wie hiess der? Scharfer Mischa, der schreckliche Spitzname hat dich auch nicht gerettet. Ich hatte das nicht erwartet und ehrlich gesagt, nicht beabsichtigt. Es war ein einziger Schuss, den ich beinahe automatisch abgefeuert habe. Die T"ur flog auf und ich habe im Reflex den Finger bewegt, der allerdings auf dem Abzug lag. Kurz, Pech gehabt, mein Lieber. Sieh an, der hatte einen Revolver in der Tasche. Na so was, da habe ich den Richtigen getroffen.

Rascheln! Ich drehe mich nach rechts um und sehe in das schwarze Loch eines Maschinengewehrlaufs. Direkt vor mir steht der Wachmann des H"andlers. ruhig und gesch"aftig. Er h"alt die Waffe selbstsicher, kein Vergleich zu mir.

„Ich habe nachgesehen, wer hier so einen L"arm macht.“ Er betrachtet mit Interesse den Toten auf dem Boden. „Den hast du aber fertiggemacht.“

Er zeigt mit der Maschinenpistole in die Richtung, in die ich gehen soll.

„Leg die Waffe auf den Boden, f"ur den Fall der F"alle.“

Ich lege die Waffe ab. Ich habe nicht die Absicht, mich mit ihm anzulegen, er spielt in einer anderen Liga. Der erledigt mich, ohne mit der Wimper zu zucken.

Der Wachmann hockt sich hin, um sich den Toten anzusehen.

„Erschossen und mit dem Messer zur Strecke gebracht. Du bist eine Bestie!“ Er wirft durch die offene T"ur einen Blick in die Wohnung. „Oho, hier hat es mehr als einen erwischt! Wo sind die anderen Leichen? Hast du sie schon aufgegessen?“

„Die k"onnen ruhig noch ein bisschen herumlaufen. Die Angst wird ihnen bis ans Lebensende im Nacken sitzen!“ Davon bin ich allerdings wirklich "uberzeugt, wenn ich mir vorstelle, dass mir das passiert w"are.

„Psychologe?“ Mein Gespr"achspartner nickt mir respektvoll zu. „Ehrlich! Darauf w"are ich nie gekommen! Welchen Beruf hattest du fr"uher?“

„Systemadministrator. Ich habe aufgepasst, dass alles ordnungsgem"ass funktioniert.“

„Hm! Ich war mit einfacheren Dingen besch"aftigt. Setz dich!“

Ich setze mich auf eine Treppenstufe. Mein Gegen"uber hat es sich an der T"urschwelle bequem gemacht und die MPi auf die Knie gelegt. Mann! Er sitzt direkt neben dem Toten und es ist ihm v"ollig egal. Der hat Nerven!

„Wie heisst du?“

„Denis.“

„Ich heisse Pawel. Manche nennen mich auch Hammer.“

Das ist ein passender Spitzname f"ur einen Kerl mit solchen H"anden. Mit diesen F"austen kommt er auch ohne Waffe zurecht.

„H"or zu, Denis! Ohne Palaver, ich bin in einer speziellen Angelegenheit hier.“

Ich bringe echtes Interesse zum Ausdruck. Ich kann den bewaffneten Schl"ager schlecht zum Teufel schicken.

„Wir k"onnen solche Auseinandersetzungen in der N"ahe des Gesch"afts "uberhaupt nicht gebrauchen. weil sonst die Kundschaft ausbleibt. Es ist scheusslich, Messerstechereien und Schiessereien tragen nicht zum guten Leben bei. Die Leute suchen sich m"oglicherweise einen anderen Ort.“

„Zweifellos!“ antworte ich schulterzuckend. „Ich hatte eigentlich vor, das hier ohne Blutvergiessen durchzuziehen.“

Hammer wirft einen ironischen Blick auf die vom Schrot zerfetzte Tapete und die Blutlachen auf dem Boden.

„Genau, das habe ich mir schon gedacht. Na gut! Also, das ist dein Problem. Sorge daf"ur, dass es hier ruhig zugeht. Wenn es hier laut wird, ist das dein eigener Fehler. Tut mir leid.“

„Verstanden. Und welches Interesse sollte ich daran haben?“

„Was du von denen willst“, der Wachmann nickt in Richtung der Leiche, „ist mir egal. R"auber sie aus, das ist dein Problem. Wir werden dich im Gegenzug freundlich behandeln. Du erh"altst Rabatte, ab und zu Patronen und vielleicht noch was anderes. Aber es gibt keinen Vorschuss! Wir zahlen bei Lieferung.“

„Was gilt als Lieferung?“

„Komm in einer Woche vorbei, da sprechen wir dar"uber. Du weisst selbst, es gibt noch mehr solche Typen wie dich.“

Es steht auf und r"uckt seine MPi zurecht.

„Folge mir nicht gleich. Warte hier f"unf Minuten.“

Wof"ur h"alt er mich? Ich laufe doch nicht sofort nach ihm auf die Strasse. Der legt mich um, ohne mit der Wimper zu zucken. Eh ich die Hosen voll habe, hat er schon auf den Abzug gedr"uckt.

Ich sammle die Waffen und die Beute auf und steige zum obersten Stockwerk in die mir bekannte Wohnung hinauf. Nachdem ich die T"ur verschlossen habe, setze ich mich auf das Sofa. Was jetzt? Mein Business hat sich scheinbar erledigt. Soll ich mit diesen Banditen k"ampfen? Allein? Das ist Selbstmord. Mir f"allt nichts ein und der erbeutete Revolver dreht sich wie automatisch in meinen H"anden. Das ist keine Kriegswaffe, sondern eine traumatische Pistole. Ein Importmodell und ausserdem habe ich nur vier Patronen. Was ich bei diesen Trotteln erbeutet habe, reicht f"ur zwei, drei Tage. Keine Ware f"ur den H"andler. Als Wasserlieferant interessiere ich hier niemanden mehr, das hat mir Pawel deutlich zu verstehen gegeben. Vielleicht haben sie meine Kunstst"ucke auch vom Dach aus beobachtet und mir deshalb ein Angebot gemacht, das ich nicht ablehnen kann. Sie verlieren nichts dabei, weil es hier genug Anw"arter f"ur das Angebot gibt.

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