Эстетика отцов церкви
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Weiter ergab sich, dass die Apologeten, ausgehend von einer tendenzi"osen Kritik der antiken Kultur und dem Aufzeigen des ihrer Meinung nach unvermeidlichen Untergangs dieser Epoche, alle wichtigen Aspekte einer weiteren Entwicklung der Menschheit auf Grundlage der Evangelien durchdachten. Diese zwei Aspekte der Lehren der Kirchenv"ater - die ethische Kritik am Bestehenden und die Entwicklung einer neuen christlichen Weltanschauung - werden in der gesamten Monographie sorgf"altig voneinander unterschieden und doch auch in ihrer Bezogenheit aufeinander dargestellt, so dass insgesamt deutlich wird, welche Elemente der Lehren aus dem geistigen Umfeld "ubernommen wurden und welche als eigener Beitrag des fr"uhen Christentums zum kulturtheoretischen und "asthetischen Denken angesehen werden m"ussen.
Der zweite Teil des Abschnittes "Die philosophisch-teologische Konzeption der fr"uhen Patristik" entwickelt die Gedanken weiter, indem er die wesentlichen Aspekte der patristischen Ontologie, Gnoseologie und Ethik darstellt und eine Analyse des Begriffs "Held" folgen l"asst, der sich in dieser Periode im Christentum herausbildete. Denn das fr"uhe Christentum entwarf ein bis zu dieser Zeit unbekanntes Bild vom 'Krieger Christi', von den Krieger-M"artyrern, den Krieger-Bekennern, die dem Feuer und Schwert ihrer Gegner mit mannhafter Geduld, Widerstandskraft und Demut, mit dem Wort der Wahrheit und mit Tugend entgegentreten.
Der dritte Abschnitt "Die ethisch-religi"ose Dominante im k"unstlerischen Schaffen" wendet sich der Problematik des Menschen, genauer der Frage nach dem fr"uhchristlichen Humanismus zu und zeigt, dass das Christentum, das in der Dornenkrone, im Leiden und schmachvollem Tod des Gottessohnes die Rettung der Menschen sah, einen f"ur die antike Welt v"ollig neuen Zugang zur Frage nach dem Sein des Menschen entwickelte. Sich an die Ideen der Stoiker und Kyniker anlehnend und entsprechend der neutestamentlichen Forderung auf N"achstenliebe bezeichneten die Kirchenv"ater der ersten Jahrhunderte Menschlichkeit und N"achstenliebe als die wichtigsten Prinzipien des menschlichen Zusammenlebens, erhoben also Forderungen, die bis in die heutige Zeit reichen.
Im christlichen Humanismus sieht der Autor eine wesentliche Quelle der fr"uhchristlichen ""Asthetik der Verneinung", deren Wesen in der mehr oder weniger konsequenten "Enth"ullung" und Verneinung praktisch aller entscheidenden Bestandteile der heidnischen k"unsthlerischen Kultur besteht. In drei Kapiteln versucht er deutlich zu machen, wie trotz dieser allgemeinen Grundhaltung die Kirchenv"ater die einzelnen Kunstgattungen - darstellende Kunst, Rhetorik, Theater - doch unterschiedlich bewerteten. Er gelangt zu dem Schluss, dass die "Asthetik der Verneinung (der fr"uhen Christen) von keinem globalen Anti"asthetizismus zeugt, sondern von einem anderen f"ur die Antike nicht traditionellen Verst"andnis der "asthetischen Problematik. Den Christen schien es vor allem notwendig, sich von der antiken Emotionalit"at und Affektivit"at in der Kunst zu distanzieren, um von neuem, von der Struktur der neuen "Asthetik her, zu ihr wieder zur"uckzukehren. Am Ende des dritten Abschnittes zeigt er, wie auf Grundlage der negativen Beziehung zur antiken Kunst im fr"uhen Christentum die Idee von der Notwendigkeit einer neuen, christlichen Kunst heranreifte, entsprechend dem Interesse der neuen Weltanschauung.
Der vierte Abschnitt der Monographie "Die neue "asthetische Problematik" zeigt, dass die eigentlichen "asthetischen Anschauungen der Patristik in vielerlei Hinsicht im Dienst und in Abh"angigkeit von der christlichen Sch"opfungslehre standen. Das Verst"andnis der Welt als Werk eines g"ottlichen K"unstlers f"uhrte dazu: das Schaffen des menschlichen K"unstlers sehr hoch zu bewerten; den K"unstler h"oher einzusch"atzen als das Werk seiner H"ande; die Sch"onheit und nicht den Nutzen als Grundlage des sch"opferischen Aktes anzusehen; die Sph"are der geistig-moralischen Vervollkommnung des Menschen mit der "asthetischen zu verbinden.
Als "asthetisches Problem stellten die christlichen Denker die Fragen nach dem Sch"onen und nach dem Bild. Die Idee der Sch"opfung der Welt durch Gott aus dem Nichts zwang die fr"uhen Christen, das Sch"one in bezug auf die Welt und den Menschen neu zu durchdenken. Da f"ur die Christen die Welt das Werk eines g"ottlichen K"unstlers war und der Mensch ihnen als Gipfel der Sch"opfung erschien, galt ihnen im Gegensatz zu den Platonikern und orientalischen Denkern das nat"urliche Sch"one der sichtbaren Welt und vor allem die nat"urliche Sch"onheit des Menschen als h"ochster "asthetischer Wert des Seins. Diesen stellten die Apologeten jedem beliebigen "k"unstlerischen" Sch"onen gegen"uber, wie es im "heidnischen" Rom kultiviert wurde, so insbesondere der dekorativ-angewandten und der darstellenden Kunst. H"oher als jedes sichtbare sch"one bewerteten die Kirchenv"ater das moralisch-geistige Sch"one. Dieses war ihrer Meinung nach besonders charakteristisch f"ur Christus und die M"artyrer, die ihr Leben f"ur den christlichen Glauben liessen. In den Tugenden sahen sie den h"ochsten Ausdruck menschlicher Sch"onheit. In diesem Zusammenhang kommt dem Verst"andnis des H"asslichen eine besondere Funktion zu. Im vorliegenden Werk wird gezeigt, dass das H"assliche auftritt als besondere Kategorie, die dem Sch"onen nicht entgegengesetzt wurde, aber eine gewichtige Zeichenfunktion besass und in einer Reihe mit solchen Kategorien wie der des Symbols oder des Zeichens stand.
Weiter wendet sich der Autor dem Problem des Bildes in der fr"uhchristlichen "Asthetik zu. Da die Welt und alle Sch"opfung der menschlichen H"ande von den Kirchenv"atern der ersten Jahrhunderte als ein System von R"atseln, Symbolen und Bildern verstanden wurde, die jeweils eine gewisse geistige Realit"at ausdr"ucken, erarbeiteten sie eine interessante Theorie des bildhaft-symbolischen Ausdrucks. In der Eikonologie der Apologeten werden drei Gruppen von Bildern unterschieden: mimetische (nachahmende, gegenst"andlich-plastische), symbolisch-allegorische und zeichnenhafte, die sich voneinander unterscheiden durch den Charakter, durch ihre Beziehung zum widergespiegelten Objekt und durch den Grad der "Ahnlichkeit. Auch wird darauf aufmerksam gemacht, dass nicht alle Apologeten "uberzeugt waren, dass Bilder geistige Inhalte ausdr"ucken k"onnen. So haben denn bestimmte Vertreter der fr"uhen Patristik eine geistige Grundlage f"ur die bilderfeindlichen Bewegungen im Mittelalter gelegt.
Im 5. Abschnitt "Das "Asthetische in der ersten systematischen christlichen Dogmatik" werden haupts"achlich die "asthetischen Ansichten von Origenes und Dionysios, eines der Nachfolger des Origenes in der alexandrinischen katechetischen Schule, untersucht. Die Analyse von Texten des Origenes brachte den Verfasser zur "Uberzeugung, dass "asthetisches Bewusstsein und "asthetische Erfahrung (freilich unreflektiert) eine wesentliche Rolle beim Ausformen der christlichen Erkenntnistheorie und der Lehre vom Sein spielten. Dies gilt besonders dann, wenn sich das diskursive Denken als ungen"ugend erwies beim Ausdr"ucken tiefer Seinswahrheiten. So wurde die "asthetische Erfahrung zu einer Hilfe f"ur das formal-logische Denken des ersten christlichen Systematikers und sp"ater vieler anderer Kirchenv"ater. Im Abschnitt wird die theologisch-"asthetische Bedeutung der symbolisch-allegorischen Methode in der Exegese des Origenes und die Bedeutung einiger vom ihm erarbeiteter Symbole f"ur die mittelalterliche Kultur aufgezeigt (z.B. das Verst"andnis von der Arche Noes als einer Bibliothek geistiger und geistlicher B"ucher). Dort wird auch das Verst"andnis des Origenes von den Grundkonzepten christlicher Kultur wie Weisheit, Bild, "Ahnlichkeit usw analysiert.
Der zweite Teil dieses Bandes widmet sich der "Asthetik des hl. Augustinus, des gr"ossten Representanten lateinischen Patristik, der die Tradition der Apologeten im Westen fortsetzte. (Sein geistiger Weg ging "ahnlich dem Weg vieler fr"uher Apologeten vom Heidentum zum Christentum, und "De Civitate Dei" ist die letzte grossartige Apologie des Christentums). Beim Studium des "uberaus reichen literarischen Erbes dieses Geistesmannes kam der Verfasser zu der "Uberzeugung, dass die philosophischen und "asthetischen Auffassungen des Aurelius Augustinus in der komplizierten "Ubergangsperiode von der Antike zum Mittelalter eine besondere Bedeutung erlangten. In vielerlei Hinsicht stellten sie ein Bilanz der antiken Philosophie und "Asthetik und ihrer Entwicklung dar, wiesen jene neuen Wege, auf denen sich dann das philosophisch-"asthetische Denken des Mittelalters bewegte.
Die Analyse der "asthetischen Auffassungen des Aurelius Augustinus zeigt, dass wir hier einem komplizierten "asthetischen System gegen"uberstehen. Dieses ist insgesamt einheitlich und in sich auch ausreichend stabil, aber in Einzelheiten enth"alt es auch Widerspr"uche und hat in bestimmten Momenten eine Weiterentwicklung erfahren. Ohne Zweifel ist es innerhalb der antiken und patristischen "Asthetik das vollst"andigste und am weitesten entwickelte System. Dies ist nicht zuf"allig! Eine Reihe objektiver und subjektiver Faktoren beg"unstigten das Entstehen dieses Systems, von denen einige im Folgenden aufgezeigt werden sollen. In der geistigen Kultur der Sp"atantike zur Zeit des Augustinus "uberwogen nichttraditionelle Wege und Formen des Weltverst"andnisses. Man suchte die Wahrheit nicht mit Hilfe der Naturwissenschaften und der Philosophie, sondern auf Wegen religi"oser, mystischer und ""ubervern"unftiger" Erfahrung. In dieser Atmosph"are gewann die emotional-"asthetische Einstellung zur Welt besondere Bedeutung. Augustinus war mit einer besonderen "asthetischen Aufnahmef"ahigkeit begabt. Ausserdem kannte er sehr gut, wenn auch nicht immer aus erster Hand, die grundlegenden "asthetischen Konzeptionen der Antike des Westens sowie des Ostens. All dieses f"uhrte ihn dazu, sich h"aufig mit "asthetischen Problemen zu besch"aftigen. Sie sind bei ihm oft ein sehr wichtiger Teil seiner philosophischen Theorie (und zwar genau dort, wo man keine befriedigende L"osung mit Hilfe diskursiven Denkens finden konnte), was schliesslich auch zum Entstehen eines eigenst"andigen "asthetischen Systems f"uhrte, obwohl er selbst nat"urlich dies nicht eigentlich beabsichtigt hatte.
Das "asthetische System des Augustinus ist ein theozentrisches und stellt einen wichtigen Teil seines allgemeinen Weltbildes dar. Im Zentrum seiner "Asthetik steht die absolute Sch"onheit, aber auch als das absolute Gute und die absolute Wahrheit: Gott ist der grosse K"unstler, der alles nach den Gesetzen der Sch"onheit geschaffen hat; deshalb tr"agt in der Welt alles - als materielles und als geistiges - Gottes Spur in sich. In der ontologischen Hierarchie tritt das Sch"one als eines der Hauptmerkmale des Seins auf. Das H"assliche zeugt von der Abwesenheit der Sch"onheit und entsprechend des Seins. Es ist verst"andlich, dass die geistige Sch"onheit in diesem System eine hohe hierarchische Stufe inne hat. Alles Gesagte trifft in gleichem Masse auf das Universum, auf die Gesellschaft und auf den einzelnen Menschen zu.