ЖАНРЫ

Дневник переводчика Посольского приказа Кристофа Боуша (1654-1664). Перевод, комментарии, немецкий оригинал
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Генерала Хованского же, поскольку он не вполне преуспел в своем нападении, призвали в Москву, поставив вместо него генералом новгородских войск родного брата генерала Долгорукого, окольничего и наместника брянского князя Петра Алексеевича Долгорукова, с тем же приказом отправиться через Двину в направлении названных выше мест и земель. Между тем его брат, главнокомандующий Долгорукий, должен был сдерживать Паца, чтобы тот не мог оказать ему сопротивления. Он также послал на подмогу брату четыре полка конницы и три – пехоты, чтобы тот мог продвинуться в своем намерении. Но этот новый генерал преуспел в своем походе столь же мало, сколь и Хованский до него, поскольку Чарнавский, начальствуя лишь над тысячей добровольцев, наголову разбил его и прогнал с большими потерями и уроном. В конце концов с началом зимы все русские войска призвали назад в свое государство и распустили. Также и литовцы отправились на свои зимние квартиры, так что в этом году более уже не было враждебных действий.

В Польше не унималась конфедерация, поскольку государственный маршал Любомирский продолжал свои действия против короля, пользуясь мощной поддержкой. Для того чтобы привести в порядок, наряду с этим, все иные необходимые для государства дела, в ноябре в Варшаве устроили общий сейм. На него отправился, чтобы дать отчет и ответ в своих действиях, и государственный маршал, прибыв под Варшаву в сопровождении около тысячи человек. Однако после того как ему строго запретили явиться на сейм и, наконец, все сословия королевства, объявив о его делах, решили отнять у него его чин и известили его об этом, он отвечал, что тому, кто хочет отнять у него его чин, следует самому выйти в поле и объявить себя. В ответ на это известие открыто огласили его изгнание, так что он отправился на силезскую границу, чтобы собрать еще большее войско. Поскольку жители государства весьма обеднели из-за длительной тяжелой войны, он же располагал еще некоторой казной, приток к нему был велик, и он в короткое время собрал около десяти тысяч человек.

На этом сейме после открытого слушания приговорили к смерти бунтовщиков, бывших причиной смерти генерала Гонсевского, а именно Новожинского, Кубовского и иных, так что пятнадцать человек из их числа были казнены путем различных пыток. Частью они, однако, скрывались тайно в разных городах, так что их не могли схватить, другие же, чтобы спасти свою жизнь, бежали в Римскую империю и в иные места. Это разбирательство не смогли в этот раз довести до завершения из-за многих противоречивых суждений и предложений и отложили до 2 марта 1665 года.

Съезд же с русскими совершенно остался под сомнением, поскольку те требовали принять своих великих послов на сейме для продолжения переговоров о мире. Однако, когда сословия польского королевства наконец согласились на это и порешили отправить в Москву грамоты для свободного проезда посольства, русская сторона не пожелала ни посылать на сейм великое посольство, ни продолжать другое, одобренное по решению предыдущего съезда в Дуровичах.

Россия и Шведское королевство не пришли в этом году ни к чему определенному, остановившись на том, что великое посольство…

Tagebuch des Krieges der Russen und Polen 1654–1664

(1r) Anno 1654

Den 4. Augusti brach Knias Jacob Tzerkaskij mit seiner auch allen ihm conjugirten Armeen von Kopise, den Trubetzkoy allda verlassend, auff, ging unter Orsza uber den Dnieper und lagerte sich auff der andern Seite nach Dubrowna hin. Die Russen offneten die Gewolbe, so in Orsza bey den Klostern waren, wurffen die Leichen aus den Sargleien, und legten die ihrigen, so unter Sklow in der Rencontre geblieben waren, darin, und schikten selbige weg nach Moskow, dass sie allda begraben wurden.

Den 5. Augusti ward von Ihro Czar. Maytt., die mit der Hauptarmee unter Smolensk in einem festen Lager auf Dewitza Gora stunden und selbige Festung bloquiret hielten, Befehl gebracht, dass der Tzerkaskij mit seiner auch ihm conjugirten Armee unter die Festung Dubrowna ruken, von ihren Volkern aber 6.000 der besten wohlberittenen Leuthe auslesen und zu Trubetzkoy hinuber (welcher den fluchtigen General Radziwil zu verfolgen commandiret war), senden solte.

Den 13. Augusti wurden die polnische Gefangene von des Bojaren Wasiley Piotrowitz Scheremetew Armee, der unter Polotzk stand, zur Hauptarmee unter Smolensk eingebracht. Unter den (1v) Gefangenen war der vornehmste Piotr Biganskij, Podkomorzy Polotzkij, welcher im Treffen unter Gluboka gefangen war.

Den 14. Augusti kahmen von dem Zolotorenko 1.000 Pferde Kosaken unter Smolensk zur Armee und wurden mit grosser Freude entfangen.

Von dem 15. gegen den 16. Augusti in der Nacht attaquirte der Feind die Festung Smolensk mit einem Hauptsturm.

Den 16. Augusti, nachdem der Sturm mit grossem Verlust des Feindes, von dem uber 6.000 Mann geblieben waren, auffgehort hatte, etc.

Den 24. September war ein Munch, Waklam genandt, so dem Pauren in der Nacht die Stutten beritten hatte, aus dem Mikolschen Kloster geprugelt.

Supplement des 1654sten Jahres

In diesem Jahr ist Ihro Czar. Maytt. mit einer machtigen Armee von 300.000 Mann und einer furtrefflichen Artillerie von groben Geschutz und kostlichen Feuermorsern aus ihrer Residentz Moskow auffgebrochen und selbst personlich mit der Hauptarmee unter die Festung Smolensk geruket. In dessen Marche ergaben sich Dorgobusa und Biala, zwey starke Schlosser. Die Festung Smolensk aber ward so lange bloquirt gehalten, bis sie sich nach voraus gehaltenen machtigen (2r) Sturm, in dem von russischer Seite bey 6.000 Mann geblieben, ihre geringe Bereitschafft des Feindes grosser Batalie nicht ferner trauend, auff Condition ergeben muste. Der Woywode Philip Obuchowitz, der Oberste Wilhelm Korff mit seinem Regiment zu Fuss, der Oberstlieutenant von Tiesenhausen mit des Generalzeugmeisters Gonsewskij Regiment, auch ein Theil der Adelschafft, welche dem russischen Joch nicht unterworffen seyn wolten, sind gnugen den Conditionen ausgelassen und mit all den ihrigen nach Litthauen marchiret. Die ubrigen vom Adel, auch theils von gemeinen Soldaten, denen durch die russische Diplomata, mit Gold geschrieben, grosse Freyheiten versprochen wurden, ergaben sich unter das Joch der russischen Sklaffschafft und hatten zwar im Anfang etwas Libertet, aber endlich verlohren sie alles auff einmahl und wurde mit ihnen viel arger, als sie sich eingebildet hatten, gehandelt.

Die Burgerschafft aus Mohilow fertigten durch Persuasion der treulosen Kosaken eine Gesandtschafft zu Ihro Czar. Maytt. unter Smolensk ab und ergaben sich guttwillig unter russischen Schutz, erhielten auch durch Zusage und Brieffe grosse Freyheiten, die ihnen auch wieder alles Verhoffen lange Zeit gehalten wurden. Homel, Kryczow, (2v) Roslaw und andere Festungen, in Severien uber der Sosche gelegen, ubergaben sich an die Kosaken dem Nesinschen Obersten Iwan Zlotorinkow. Sebies, Newel, Polotzk, Wielisz, Diesna und die andere Festungen, bey der Dune gelegen, ergaben sich dem russischen Woywoden, dem Bojaren Wasiley Piotrowitz Scheremetow, welcher mit der Neugardischen Macht von 40.000 Mann der Orter lavirte, und wurden alle mit russischer Besattzung versehen. Wittepsk, welcher sich tapffer wehrete und dem Feinde ziemlichen Abbruch that, ward auch nach langwiriger Belagerung spat im Herbst, nachdem sich Smolensk schon lang ergeben hatte, vom Scheremetow erobert. Das Schloss, dahin sich die Adelschafft und Soldatesque nach Eroberung der Stadt retiriret hatte, ergab sich endlich auff solche Conditiones, dass allen denjenigen, welchen nicht behagen mochte, unter russischer Obrigkeit zu verbleiben, frey stehen solte, nach Polen und Litthauen, und wohin ein jeder wolte, mit Haab und Gutt je alle dem seinigen zu reysen. Aber nach auffgegebener Festung wurde zwar allen zugelassen, die nicht bleiben wolten, sich auff die Reyse fertig zu machen, auch der Major Wolff mit einer Squadron Dragouner sie zu convojiren commandiret, da sie aber schon (3r) weg waren, gerukte es den Egyptiern, dass sie Israel hatten gehen lassen, ertheilten demnach in der Eil Befehl, sie wieder einzuholen und gefanglich einzubringen. Ihre Gutter wurden alle confisciret und sie samtlich elendiger Weise nach der Sklawerey weggebracht mit Weib und Kinder. Die andern, so sich unter russischer Pflicht und Gehorsahm begeben hatten, verblieben unmolestirt bey alle dem ihrigen und genossen die sklawischen Freyheit so gutt, als sie es haben konten. Die Festung Mstislaw ward auch in kurtzer Zeit, nachdem die Belagerung kaum 2 Wochen gedauert hatte, von dem Bojaren und General Knias Alexey Mikititz Trubetzkoy und dessen Collegen erobert und geschlieffet, die gantze Besatzung, unter welcher eine grosse Anzahl Vornehmer vom Adel, so aus unterschiedlichen Platzen sich dahin retiriert hatten, elendeglich niedergehauen. Ein Theil uberbliebener Weibsbilder und Kinder wurden unter die Soldatesque zu ewigen Sklawen ausgetheilet, vornehme Frauen und Jungfern geschandet und mit ihnen eine gar erbarmliche Tragoedie angestellet. Hory, Kopiso, Sklow und andere auff den Dnieper gelegene Schlosser ergaben sich auch an selbigen Generalen und blieben unversehrt ohne etzliche von Adel und Burger, die Verdachts wegen gefanglich nach Moskow weggefuhret, (3v) und ihre Gutter confisciret wurden. Die Festung Dombrowna, an dem [D]nieper Strom gelegen, muste nach vielen ausgestandenen feindlichen Anlauffen, herten Sturmen und langweiliger Belagerung, werend sie keines einigen Succurs erwarten, Feindes unnachlassige Impressa aber ferner nicht ertragen konnte, auff gewisse Condition, das hoch und eydlich beteuret, aber gar schandlich gehalten wurden, sich endlich an den General Trubetzkoy ergeben, weil tausend Menschen wurden, nachdem sich die Festung auff Treu und Glauben ergeben und dem treulosen Feinde ihre Wohlfahrt vertrauet hatte, jammerlich ohne eintziges Nachdenken niedergehauen, alle Haab und Gutter geplundert. Das ubrige Volk, die der Scharfe des Schwerdts durch bitteres Heulen und Wieseln entgangen, ward der unbarmhertzigen Soldatesque feilgegeben und von ihnen elendiglich mit Ach und Weh zur ewigen Sklawschafft zu verkauffen weggefuhret. Endtlich ward die wohlgebaute graffliche Stadt in den Brand gestekt, gantz geschleiffet und verwustet.

Die littausche Armee unter Commando des Generals Furst Janus Radziwils, nachdem sie unter Szepelewitz von dem russischen General Trubetzkoy in die Flucht geschlagen, konnte (4r) wegen grosser Unordnung und Ungehorsahm, der unter dem Landvolk war, in diesem Jahr zu keiner neuen Perfection gelangen, weswegen den der Moskowiter auff den Dune Strom vor diesmahl Meister bliebe, besetzte dennoch alle Platze und Festungen mit sterker Besatzung, verordnete auch in dem Grantze neulich occupirten Stadten solche Gouverneurs, die auff denen uberbliebenen polnischen Leuthen ein wachsahmes Auge halten und sie nach gerade den einen hie, den andern dort ans Elend verschikten und also gemahlich unter dem Joch der Sclaverey gewehnten. Mit der Hauptarmee aber auch andern Volkern, die unter der Bojaren und Generalen Commando stunden, auff etzlichen wenig nach die auff der Grentze ihre Sicherheit in Acht zu nehmen verblieben, marchierte Ihro Czar. Maytt. mit grossem Triumphe und Freuden zuruk nach Moskow, sich gegen das Fruhjahr wieder aufs beste moglich ins Feld zu praesentieren und die gehabte Victorie ferner zu verfolgen, fertig zu machen.

In dem russischen Reiche grassierte in diesem Jahr eine solche machtige geschwinde Seuche der Pestilentz, dass gar viele Stadte, Fleken und Dorffer gantz aussturben und wust blieben. (4v) In der Hauptstadt Moskow allein sind uber 700.000 Menschen von vornehmen Leuthen ohne des gemeinen Volks, derer viel unbegraben verfaulet, und der Nahmen unverzeichnet geblieben, weggestorben. Diese Plage hat in der Moskow, der Hauptstadt und den umbliegenden Stadten, Fleken und Dorffer in dem Monat Martio angefangen und bis an den Januarium hinaus gewehret. Aber dieses machtigen Schadens an ihren Unterthanen erholten sich die Russen in der Polen Lander, daraus viele tausend Menschen Manns- und Weibspersonen, adeliche und unadeliche in diesem Jahr gefanglich weggefuhret und an derer verstorbenen Stelle zu Sclawen gemacht wurden. Also dass leyder, Gott sey es geklaget, die Menschen viel wohlfeiler denn das unvernunfftige Vieh in Moskow verkauffet wurden. Die aller regalsten Personen manlichen Geschlechts galten zu 10 Fl[orin] pol., auffs hochst aber 4 Rthler. Die Weibsbilder, so etwas schon waren, wurden (weilen die russische Nation sehr zur Geilheit incliniret) theuer bezahlet und zur Schande und Unzucht verkauffet, mit denen auch viel liederlicher als den Bestien gehandelt ward. Der eine, nachdem er sie zu seiner Gnuge gebraucht hatte, verkauffte er sie dem andern vor einen geringen (5r) Preiss, nur ettliche Groschen zu gewinnen. Vornehmer Leuthe adelichen Standes Weiber und Tochter wurden den verzweiffelten Buben und Bossewichten, so bey ihnen Cholopen genand werden, nachdem sie von der Herrschafft zur Gnuge gebraucht waren, zur Ehe gegeben, ungeachtet, das viele Weiber ihre eheliche Manner noch beym Leben und bey andern Herren in der Sklawenschafft hatten, welche dan eben des gleichen an ihrer statt andere Sklawinnen zur Ehe zu nehmen von ihrer Herrschafft gezwungen wurden. In Summa, es waren die Russen so sehr auf die pol. Nation verbittert, dass sie auch viel lieber einem Hunde oder anderer losen Bestie, den einigen Menschen dieser Nation Gnade bewiesen und guttes gethan hatten. Insonderheit aber musten adeliche Personen, Frauen und Jungfern, am meisten herhalten, mit denen man gantz (ihnen ihren hohen Standt, adeliche Freyheit und Qualiteten, derer sie sich geruhmet hatten, vorwerfend) kein Mittleiden haben wolte, sondern sie wurden aufs argste, wie es nun zu verdenken stund, gedranget und gequahlet. Zu dem so hatte denen Moskowitern ihr grosses Gluk, welches sie in diesem Jahr wieder die Polen gehabt hatten, indem so viel machtige Festungen in der Eil ohne allen Wiederstand von ihnen erobert, und ein gross Theil des Landes occupiert (5v) und eingenommen war, so auffgeblasen und stoltz gemacht, dass sie auch gantz vergessen hatten, selbst sterbliche Menschen zu seyn, sondern sich gantzlich einbildeten, dass sie als die tapffersten, manhafftesten, klugste und vor allen die allergeschiklichste Leuthe auch in dem Himmel, welchen sie allen andern Nationen verschliessen und sich selbst allein zubringen, uber die Polen, ja mehren andern Volkern zu herschen und ihre Meister zu seyn, wolten auch keinesweges dran gedenken, dass diese ihre Fortun sich endlich wenden und die Polen in Ewigkeit sich aus ihrer Gewalt erretten konten, also dass keiner daran zu reden Freyheit hatte. Wer aber unbedachtsahmer Weise, insonderheit von den pol. Gefangen Leuthen, davon zu discuriren begunte, dass nehmlich dem Geluke nicht zu trauen ware, der ward als ein Verrather und Feind Ihro Czar. Maytt. und dero Reiche auffs argste gepeiniget und zu Tode geplaget. Demnach ward mit den armen gefangenen Leuthen sehr umbarmhertzig gehandelt, dass auch die allerhartesten Felsen, ja ein Diamanten Hertz uber derer Jammer und Elend zum Mittleiden hatte mogen beweget werden. Aber bey dieser Nation, die sich dennoch gar hoch ihres Christenthumbs ruhmet, und keinem mehr unter der Sonnen den christlichen Nahmen gonnet oder zuerkennen will, war nichts von Commiseration und Erbarmung zu hoffen.

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