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ЖАНРЫ

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„Dieser Stella werd ich's noch zeigen! Ich werde es alles viel besser machen als sie! Sonst w"are ich ja nicht ich. Ich lasse mich von dieser hochn"asigen Schlampe nicht "ubertrumpfen! Nie im Leben!“

Ihre Gedanken drehten sich wie das Karussell, das sie einmal in einem amerikanischen Kinderfilm gesehen hatte: Vorn fuhr ein Auto und dahinter flog ein Hubschrauber. Wie ein Pr"asidentenkonvoi. Genau so und nicht anders stellte sich Natalja ihr Leben in der Fremde vor. Befriedigt von diesen positiven Gedanken sank sie in den Schlaf. Sie tr"aumte, dass sie mit einem H"undchen mit rosarotem Schleifchen im Arm in einen hellblauen Bentley stieg und durch die Stadt fuhr. Ihr Seidenschal wehte. Sie zahlte "uberall mit einer schwarzen American- Express-Karte, deren Limit mindestens f"unftausend Dollar sein sollte. F"ur kleinere Ausgaben w"urde das reichen.

Am Morgen, noch nicht ganz aus dem wunderbaren Traum erwacht, dachte sie weder an Stellas Br"autigam noch an ihren Ljonja. Dennoch ertappte sie sich bei dem Gedanken:

„Heisst er wirklich Ljonja? Stella, dieses Mistst"uck, kann einen ganz um den Verstand bringen. Ach was, nat"urlich heisst er Ljonja! Ich bin doch nicht bl"od!“

Sie schritt fest durch das Zimmer, murmelte vor sich hin, packte den Rest ihrer Sachen und dachte dabei nur an Geld und Unabh"angigkeit. Natalja war sich sicher, dass das Gl"uck aus Kohle best"unde. Je mehr, desto besser. Wenn jemand sie von dieser Meinung abbringen wollte oder diese unmoralische Einstellung zu widerlegen versuchte, fragte sie ihn einfach, ob er reich w"are. Immer stellte sich dann heraus, dass dieser Mensch arm war. Von einem reichen Mann bekam sie so etwas nie zu h"oren.

Zum ersten Mal, seit sie in Moskau war, hatte sie die Nachrichten auf ihrem Handy nicht "uberpr"uft. Ausserdem l"oschte sie alle Kontakte darauf.

Natalja trat vor den Spiegel, um sich von der Seite zu betrachten. Sie wollte ihr Gesicht sehen, um zu erkennen, ob sie litt oder nicht. Sie l"achelte so eiskalt und gef"uhllos, dass selbst der Satan erschaudert w"are. Sie begann das Lied „Non, je ne regrette rien“ von der ber"uhmten franz"osischen Prostituierten Edith Piaf zu summen. Sie war aufgeregt, gestikulierte theatralisch, wand sich wie eine Brillenschlange und genoss die Biegsamkeit ihres schlanken K"orpers. Ihre Augen blitzten teuflisch. Es schien fast schrecklicher, in diese kindlich anmutenden, aber hasserf"ullten Augen zu blicken als in die Tiefen der H"olle.

„Ihr findet es lustig, aber ich leide“, sagte sich das M"adchen leise und kalt und erstickte fast vor fieberhaftem Gel"achter.

Bravo!“ Ein tolles Bild! Sie hatte eine gute Rolle am Bolschoi-Theater verdient.

Das M"adchen war zweifellos eine wahre Bestie! Eine Strafe f"ur M"anner, ein Blutegel f"ur Frauen, M"utter und unschuldige Kinder. Nicht umsonst hatte man die Huren in alten Zeiten verbrannt. Sie stellten eine t"odliche Bedrohung f"ur das Familiengl"uck und Ruhe der Menschen dar. Aber auch heutzutage waren Frauen bereit, wegen eines geliebten Mannes oder vielleicht wegen eines reichen Politikers. Da gab es keinen wesentlichen Unterschied. Die Jagd auf M"anner lief rund um die Uhr, wie der Grill bei McDonalds. Selbst in klirrend kalten N"achten marschierten kampfbereite, mit Silikon optimierte Weiber zu Hunderten durch die Strassen, gaben vor, dass sie sich verlaufen hatten, und fragten bei jedem Mercedes oder BMV aufs Geratewohl, wie sie zur n"achsten U-Bahn-Station gelangen k"onnten – in der Hoffnung auf die R"uckfrage:

„Junge Dame, kann ich Sie mitnehmen?“

Ganz abgesehen von den professionelleren Huren, die ihr Startkapital f"ur eine produktivere M"annerjagd bereits angeh"auft hatten, die in warmen Restaurants, auf Skipisten, an Str"anden und allerlei anderen Orten ihre Fallen stellten und das Leben von anst"andigen Hausfrauen und M"utter verdarben, die ihrer weiblichen Reize nicht mehr sicher waren.

Ein Paradoxon der verfluchten Realit"at!

Die Fahrt zum Flughafen war nervig. Es gab f"urchterliche Staus. Die Wartezeit h"atte ausgereicht, um das Auto zu verkaufen und ein neues zu erwerben, das n"aher an der Ampel hielt.

Natalja war jetzt schon ein Nervenb"undel, alles rutschte ihr aus der Hand, als ob sie Fieber h"atte.

Der stinkende Taxifahrer hatte ihr verboten, in seinem verdammten Daewoo Lanos zu rauchen, weil sie sein Gef"ahrt „Anus“ genannt hatte. Das konnte er ihr nicht verzeihen, denn auf dieses Traumauto hatte er ein halbes Leben lang gespart.

Natalja bemerkte eine blinkende Lampe am Armaturenbrett, die einen leeren Tank meldete.

Zwischen zusammengebissenen Z"ahnen stiess sie drohend hervor:

„Ich fliege nach Genf, verdammt noch mal. Und ich warne Sie. Wenn Ihnen der Sprit ausgeht, bevor am Flughafen sind, rauche ich nicht nur in Ihrem Wagen, Sie m"ussen ihn mir ausserdem schenken! Die Unterlagen und das Ticket haben mich doppelt so viel gekostet wie Ihr Scheissschlitten!“

„Aha. Meine Teuerste, ich bitte Sie, h"oflicher zu sein. Sonst gehen Sie zu Fuss nach Ihren Genf. Haben Sie mich verstanden?“

„Nein, hab ich nicht!“, zischte Natalja und rauchte an.

Nach zahlreichen Vorw"urfen gegen den Taxifahrer erreichte sie endlich den Flughafen. Sie rannte zum Schalter und legte eilig ihren monstr"osen Koffer auf die Waage. Als sie sah, dass er zweiundvierzig Kilo statt der erlaubten f"unfundzwanzig wog, wurden ihre Augen rund wie M"unzen.

„Sie k"onnen entweder draufzahlen oder das "Ubergep"ack wegnehmen. Gehen Sie bitte beiseite.“

Natalja blieb das Herz stehen. Sie vergass sogar, dass die Bullen nach ihr fahndeten. In diesem Koffer steckte alles, was sie in den n"achsten acht Monaten brauchen w"urde. Nur das Allern"otigste. Es gab ganz bestimmt nichts, worauf sie verzichten k"onnte.

„Wie viel muss ich draufzahlen? Entschuldigung!“

„Glauben Sie mir, ziemlich viel. Besser w"are es, so viel wie m"oglich vom "Ubergep"ack wegzunehmen. Und bitte schneller. Wir haben noch zwanzig Minuten, bis der Check-in schliesst.“

„Ich habe sie h"oflich gefragt, wie viel ich zu bezahlen habe. Aber statt zu antworten, z"ahlen Sie mein Geld!“

„Ich helfe Ihnen zu sparen!“

„Noch besser!“

„Sie k"onnen sich ans B"uro wenden und dort Ihr "Ubergep"ack abrechnen. Es liegt am Ende des Korridors rechts. Bezahlen Sie und bringen bitte den Kassenzettel mit. Und verpassen Sie Ihren Flug nicht.“

„Wollen Sie sich "uber mich lustig machen? Sagen Sie mir wenigstens, was das "Ubergep"ack kostet.“

„Ich sage Ihnen doch, dass ich es nicht weiss. Aber es wird schon ziemlich teuer. Mindestens f"unfhundert Dollar!“

„Sind Sie wahnsinnig? Der Durchschnittslohn im Land liegt bei hundert Dollar!“

„H"oren Sie bitte auf, "Arger zu machen und holen Sie das "uberfl"ussige Gep"ack aus Ihrem Koffer. Sonst fliegen Sie heute nirgendwohin.“

„Wenn ich nicht abfliege, schmeisse ich Ihnen eine Bombe vor die F"usse! Oder eine Rauchdose, verlassen Sie sich drauf!“

Sie "offnete ihren Koffer, der zu platzen drohte, und begann, allerlei Zeug herauszunehmen. Darunter waren Buchweizengr"utze, Zucker und sogar Konserven. Sie warf es in eine M"ulltonne mit einem so traurigen Gesicht, als ob sie nicht in die Schweiz, sondern nach Afrika auswandern wollte. Die Menschen beobachteten sie "uberrascht und sp"ottisch. Sie murrte gekr"ankt vor sich hin:

„Was schaut ihr mich so an? Ich fliege in ein Land, wo alles sehr teuer ist! Warum soll ich dort etwas kaufen, was ich von zu Hause mitnehmen kann? Ich weiss gar nicht, ob sie mir dort Geld f"ur Verpflegung geben. Und essen muss ich ja wohl!“

F"unf Packungen Billigshampoos, allerlei Cremes und Duschgels flogen in die M"ulltonne, der Gr"utze hinterher.

„Wahnsinn! Wie kann ich das alles wegschmeissen? Unversch"amt sind sie, diese Schweinehunde! Sie nehmen so viel Geld f"ur die Tickets und dann darf man nichts mit an Bord nehmen! Arschgesichter!“

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