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ЖАНРЫ

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„Sind die T"anze so beliebt? Hat das einen Grund?“

„Ich erkl"are es euch. W"ahrend der Show d"urfen die M"adchen den G"asten Blumen verkaufen. Jede Blume kostet ungef"ahr zehn Dollar. Das Trinkgeld des M"adchens h"angt davon ab, wieviel Blumen sie verkauft. Die Blumen sind aus Kunststoff. Viele T"anzerinnen verdienen auf diese Weise genug f"ur ihr Essen und die Kleidung w"ahrend der ganzen Vertragsdauer. Den Lohn legen sie auf die Seite.“

„So! Hast du geh"ort, wie der Job zu machen ist, Stella? Du h"attest nat"urlich die ganze Vertragszeit mit stolzer Miene rumgesessen und deinen ganzen Lohn ausgegeben oder im Suff verschleudert. Du grossz"ugige Seele! Und wahrscheinlich w"urdest du auch noch einen Japaner mit Babypimmel finden und dich in ihn verlieben! Ha! Ha! Ha!

„Lass mich in Ruhe, Natalja! Du bist betrunken! Erz"ahl weiter, Darja.“

„Wo waren wir?“

„Bei T"anzen und Blumen.“

„Ah ja. Das mit den T"anzen haben wir gekl"art. Das war in Ordnung f"ur dich. Aber der Verdienst dort ist sehr gering, kein Vergleich mit der Schweiz. Rechnet man den japanischen Yen in Dollar um, macht das ungef"ahr f"unfhundert Dollar im Monat.“

„Aha! Das ist l"acherlich! Stella wird niemals drauf eingehen!“

„Halt den Mund oder geh ins Bett!“

„Ich bin schon still. Excuse moi, Mademoiselle.“

„Womit wir dort "uberhaupt Geld verdient?“

„Mit den Getr"anken, wie in der Schweiz. Aber dort kann man einen gew"ohnlichen Saft oder Tee trinken.“

„Och, helft mir! Ich ersticke vor Lachen! Stella trinkt Tee! Und den Whiskey trinkt sie hinterher!“

„Erz"ahl weiter, Darja“, zischte Stella streng. Sie wurde nerv"os. Sie wollte sich m"oglichst schnell von Darja verabschieden, ein Glas Whiskey kippen und niemanden mehr um sich herum h"oren.

„Also. Den Flug, die Versicherung und die Wohnung bezahlt ihr selbst. Die Miete ist nicht hoch, weil ihr zu sechst in einer Einzimmerwohnung untergebracht werdet. In Doppelstockbetten wie in einem Kinderferienlager.“

„Oh Gott.“

Natalja versuchte, das Lachen niederzuk"ampfen. Sie wurde rot wie eine Tomate.

„Der Vertrag l"auft sechs Monate.“

„Wieviel Geld verdienen die M"adchen normalerweise w"ahrend der gesamten Vertragsdauer?“

„Wer es nicht schafft, ein paar Kunden auszunehmen, bekommen ab f"unftausend Dollar. Diejenigen, die mehr Gl"uck haben, bringen viel Geld mit nach Hause. Sie kaufen sich Wohnungen und Autos, Villen und Landh"auser. Sie bekommen riesige Betr"age "uberwiesen, auch nachdem sie Japan schon verlassen haben. Die Japaner m"ogen blonde Sch"onheiten. Viele von ihnen sind bereit, ein paar hunderttausend Dollar hinzubl"attern, um so eine Spezialit"at zu kosten.“

„Ooooo! Jetzt habe ich Lust, mitzufliegen, Stella! Ich w"urde die Schlitzaugen mein wildes Fleisch geniessen lassen. Was meinst du, wieviel gelbe Typen k"onnte ich pro Nacht ficken? Drei Minuten f"ur jeden und mit einer Zigarettenpause? Ha! Ha!

„An dir habe ich keine Zweifel. Du Naturtalent! Du hast schon mehrmals gl"anzend bewiesen, was du kannst!“

„So. Ich muss dir noch alles "uber den Flug erz"ahlen. Wir bestellen Tickets mit Umsteigen in M"unchen und in Fukuoka. Das richtige Gate w"urdest du doch finden, oder? Sprichst du Englisch?“

„Ja.“ Damit habe ich kein Problem.“

„Hier hast du das ganze Unterlagenpaket. Oh, h"atte ich fast vergessen! Um dein Visum zu bekommen, musst du nach Moskau. Und der Flug nach Japan startet von dort aus.“

„Ok. Ich bin einverstanden.“

„Womit bist du einverstanden, Stella? Mit Moskau? Wir d"urfen doch nicht "uber die Grenze und zur"uck!“

„Zur"uck will ich nicht. M"ochtest du nicht ein paar Monate in Moskau verbringen, Natalja? Und dann von dort aus fliegen?“

„Geht das denn? Nat"urlich will ich das! Keine Frage! Moskau, ich komme! Freu dich auf deinen Star!“

„Abgemacht“, antwortete Stella mit einem L"acheln. Sie war zufrieden, dass Natalja ihre Idee ohne besondere Erkl"arungen und Fragen aufgegriffen hatte.

Erst jetzt begriff Stella, dass die Beziehung zwischen ihnen beiden w"ahrend dieser ganzen Zeit fast verwandtschaftlich geworden war.

„Wo auf der Welt findet man den Menschen, der einen auf Anhieb versteht? Natalja weiss, in was f"ur einer Situation wir stecken. Uns droht Gef"angnis. Moskau ist keine schlechte Option f"ur Leute, die untertauchen wollen. Dort wird uns ganz sicher niemand suchen. Vielleicht w"are es besser, mit ihr zusammen nach Genf zu gehen?“, fiel ihr ein. Aber schon im n"achsten Augenblick gewann die Vernunft wieder die Oberhand "uber Stellas Schw"ache. „Oh nein! Du solltest eine Pause von dieser Beziehung nehmen!“ Da sprach pl"otzlich ihr zweites, n"uchternes Wesen.

„Wieso bewegst du die Lippen, Stella? Du siehst aus wie ein Fisch.“

„Ich rede mit meinem Schatten.“

„Frag ihn doch, ob er tanzen kann. Und ob er mit mir nach Genf f"ahrt. Oder ist er genau so bl"od wie du?“

„Lass mich in Ruhe!“

Die Arbeit mit Natalja im Notariat war ein st"andiger Stress gewesen. H"atte Stella allein ihre Gaunereien betrieben, h"atte niemand sie je entlarvt. Aber wer weiss, was und wie noch alles passieren k"onnte. Natalja hatte sie immer unterst"utzt und ihr auch mit ihrem Wissen weitergeholfen.

Darja unterbrach Stellas Gedankengang.

„Also, M"adels, ich muss gehen. Unterschreibt bitte die Papiere und bleibt in Kontakt. Danke.

„Danke dir f"ur alles, Darja! Bitte entschuldige, wenn wir zu viel geredet haben.“

„Ach was! Es war doch ein angenehmer Abend. Ihr seid echt cool!“

„Und Kohle hast du auch gemacht! Hick, hick!“ Es war Nataljas Stimme. Ihre Worte wurden von Schluckauf unterbrochen. Stella err"otete. Wie immer sch"amte sie sich f"ur ihre Freundin. Es entstand der Eindruck, dass sie sich f"ur Nataljas Verhalten sch"amen musste, weil dieser das entsprechende Gef"uhl g"anzlich fehlte. Man sagt doch, die Menschen m"ussen einander erg"anzen.

Lange sassen die Freundinnen schweigend beisammen, als ob sie Abschied voneinander genommen h"atten. Merkw"urdigerweise dr"angten sich "ahnliche Gedanken in den K"opfen beider M"adchen.

„Wie wird es sein, allein in ein fremdes Land zu fliegen? Was erwartet uns? Werden die Ver"anderungen positiv oder negativ ausfallen?

Werden wir am Flughafen verhaftet, bevor wir ins Ausland fliegen?“

Leider blieben diese Fragen ohne Antwort.

So viel war in dieser Zeit passiert: H"ohen und Tiefen, Lustiges und Trauriges, Liebe, Gl"uck und Leid. Nun lagen vor ihnen andere L"ander und St"adte! Japan und die Schweiz oder schwedische Gardinen und H"aftlingssuppe.

Pl"otzlich erinnerte sich Natalja an Zeilen aus einem Lied von Iwan Kutschin, das einer ihrer Kunden gesungen hatte. Der kahlk"opfige Knastbruder hatte eine Strafe f"ur Betrug, und zwar besonders schweren Betrug, abgesessen.

Natalja stand aus dem Schaukelstuhl am Kamin auf, ging ins Haus, nahm aus dem K"uhlschrank eine Flasche Weisswein, schenkte zwei Gl"aser ein, reichte eines der Freundin und fing an zu singen:

„Oh du b"oses Schicksal,Schau dich nur um!Mein Leben ist keinen Groschen wert,Es geht bergab.Ich zerbreche mir den Kopf,Aber ich werde kl"uger!Ich erfahre, was schrecklicher ist,Tod oder Knast…“
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