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ЖАНРЫ

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Das gibt mir die M"oglichkeit, sicherer zu werden. Auch die "Arztin ist froh, dass ich noch ein paar Tage bleibe. Sophia hingegen verl"asst am f"unften Tag nach der Niederkunft das Spital und kehrt nach Maralal zur"uck. Drei Tage sp"ater kommt mein Mann mit dem reparierten Wagen. Ohne Pater Giuliano w"aren wir wirklich hilflos. Ich wil nun auch fort von Wamba, denn seit Sophia gegangen ist, habe ich schon die zweite Samburu-Mutter im Zimmer. Die erste, eine alt aussehende, ausgemergelte Frau, die ihr zehntes Kind als Fr"uhgeburt hier bekommen hat, ist in derselben Nacht an Schw"ache und An"amie gestorben. Es war einfach nicht m"oglich, in so kurzer Zeit die Familie der Frau zu benachrichtigen, damit ein geeigneter Blutspender gefunden werden konnte. Die Aufregung dieser Nacht hat mich Kraft gekostet, so dass ich nur noch weg will.

Stolz steht der frische Papa mit seiner Tochter auf dem Arm bei der Rezeption, w"ahrend ich die Rechnung bezahle. Die 22 Tage inklusive Geburt kosten lediglich 80

Franken, ich kann es kaum glauben. F"ur den flying doctor hingegen muss ich tiefer in die Tasche greifen und 800 Franken bezahlen. Doch was ist das schon gegen unser beider Leben! Seit langem sitze ich wieder einmal am Steuer, und mein Mann h"alt Napirai. Aber schon nach den ersten hundert Metern schreit das Baby wegen des gr"asslichen L"arms, den der Wagen macht. Lketinga versucht, es mit Singen zu beruhigen, doch es n"utzt nichts. Nun f"ahrt mein Mann, und ich halte Napirai an die Brust, so gut es geht. Jedenfal s erreichen wir Maralal, bevor es Abend ist. Ich muss noch Windeln, einige Kleidchen und Babydecken besorgen. Auch Lebensmittel wol en wir einkaufen, da es in Barsaloi seit Wochen nichts gibt. Es bleibt uns nichts anderes "ubrig, als ins Lodging zu gehen. Um nur ein Dutzend Windeln zu finden, laufe ich durch ganz Maralal. Lketinga h"utet unsere Tochter.

Die erste Nacht ausserhalb des Spitals ist nicht sehr gem"utlich. Weil es in Maralal nachts sehr kalt wird, habe ich Probleme, Napirai die Windeln zu wechseln. Ich friere und sie ebenfalls. Stillen im Dunkeln beherrsche ich auch noch nicht so gut. Am Morgen bin ich m"ude und habe bereits Schnupfen. Die H"alfte der Windeln ist verbraucht. So wasche ich sie noch hier. Gegen Mittag ist der Wagen mit Lebensmitteln gef"ul t, und wir brechen auf. F"ur uns ist klar, den Umweg zu fahren.

Aber mein Mann stellt fest, dass es in den Bergen in Richtung Baragoi regnet. Es besteht die Gefahr, dass die Fl"usse sich mit Wasser f"ullen, und wir diese nicht mehr passieren k"onnen. Deshalb entscheiden wir uns, den Weg zur"uck nach Wamba zu ben"utzen, um von der anderen Seite her nach Barsaloi zu kommen. Wir wechseln uns im Fahren ab, da Lketinga den Wagen nun schon gut beherrscht. Nur ab und zu f"ahrt er zu schnell in grosse L"ocher. Napirai gef"al t das Autofahren gar nicht. St"andig schreit sie, und sobald der Wagen stillsteht, ist auch sie ruhig. So legen wir mehrere Pausen ein.

Heimkehr zu dritt

Unterwegs l"adt Lketinga zwei Krieger ein, und nach "uber f"unf Stunden Fahrt erreichen wir den riesigen Wamba-River. Er ist ber"uchtigt wegen des Treibsandes, der beim geringsten Wasservorkommen aktiv wird. Die Mission hat hier vor Jahren einen Wagen verloren. Erschrocken halte ich vor dem steil abfallenden Hang zum River. Wir sehen Wasser. Beunruhigt steigen die Massai aus und gehen zum Fluss hinunter. Er f"uhrt nicht viel Wasser, viel eicht zwei bis drei Zentimeter, und ab und zu lugen einzelne trockene Sandb"anke hervor. Doch Pater Giuliano hat mich ausdr"ucklich gewarnt, beim geringsten Nass sei der River zu meiden. Immerhin misst er eine Breite von zirka 150 Metern. Ich sitze am Steuer des Wagens und "uberlege entt"auscht, dass wir wohl zur"uck nach Wamba m"ussen. Einer der Krieger ist schon bis zu den Knien eingesunken. Der andere, nur einen Meter neben ihm, geht ohne Probleme weiter. Auch Lketinga versucht es. Immer wieder sinkt er ein. Mir ist das Ganze unheimlich, und ich will nichts riskieren. Ich steige aus, um dies meinem Mann mitzuteilen. Doch er kommt wild entschlossen zur"uck, nimmt mir Napirai ab und fordert mich auf, mit Vol gas zwischen den beiden Kriegern hindurchzufahren.

Verzweifelt versuche ich, ihm dies auszureden, doch er sieht es nicht ein. Er will nach Hause, wenn nicht mit dem Wagen, dann zu Fuss. Aber allein kann ich mit dem Kind nicht zur"uckfahren.

Ganz langsam steigt der Fluss an. Ich weigere mich, zu fahren. Nun wird er w"utend, dr"uckt mir Napirai in die Arme, setzt sich selber ans Steuer und will losfahren. Er verlangt von mir den Z"undschl"ussel. Ich habe ihn nicht und bin der Meinung, er steckt, da der Motor l"auft. „No, Corinne, please give me the key, you have driven the car, now you have taken it that we go back to Wamba!“

sagt er "argerlich, dabei funkeln seine Augen b"ose. Ich gehe zum Wagen, um nachzusehen. Welch ein Hohn, der Wagen l"auft ohne Z"undschl"ussel! Fieberhaft suche ich am Boden und auf den Sitzen, doch der Schl"ussel, unser einziger, ist verschwunden.

Lketinga gibt mir die Schuld. W"utend setzt er sich in den Wagen und braust im Vierrad in den River hinein. Bei so viel Unvernunft kann ich mich nicht mehr beherrschen und heule los. Auch Napirai schreit lauthals. Der Wagen sticht in den Fluss. Die ersten Meter geht es gut, die R"ader versinken nur ein wenig, doch je weiter er f"ahrt, desto langsamer wird er, und die hinteren R"ader sinken durch das schwere Gewicht langsam ab. Er ist nur noch wenige Meter von einer trockenen Sandbank entfernt, als der Wagen droht, zum Stil stand zu kommen, weil die R"ader durchdrehen. Ich bete und heule und verfluche al es. Die beiden Krieger stapfen zum Wagen, heben ihn an und schieben. Tats"achlich schafft er die letzten zwei Meter, und die Reifen greifen wieder. Mit Schwung "uberquert er die zweite H"alfte des Rivers. Mein Mann hat das Kunstst"uck geschafft. Doch stolz bin ich nicht. Zu leichtsinnig hat er al es aufs Spiel gesetzt. Ausserdem fehlt der Schl"ussel immer noch.

Ein Krieger kommt zur"uck und hilft mir durch den Fluss. Auch ich sinke oft bis zu den Knien ein. Lketinga steht stolz und wild neben dem Wagen und meint, ich solle jetzt den Schl"ussel hergeben. „I don't have it!“

schreie ich entr"ustet. Ich gehe zum Wagen und suche erneut al es ab, nichts.

Ungl"aubig sch"uttelt Lketinga den Kopf und sucht selbst.

Es dauert nur ein paar Sekunden, und dann h"alt er den Schl"ussel in der Hand. Er sei zwischen dem Sitz und der R"uckenlehne eingeklemmt gewesen. Wie dies passieren konnte, ist f"ur mich ein R"atsel. F"ur ihn dagegen ist klar, dass ich ihn versteckt habe, weil ich nicht durch den River wollte. Schweigend fahren wir nach Hause.

Als wir Barsaloi endlich erreichen, ist es bereits Nacht. Nat"urlich gehen wir zuerst zu Mama in die Manyatta. Mein Gott, freut sie sich! Sofort nimmt sie Napirai an sich und segnet sie, indem sie die Fusssohlen, Handfl"achen und die Stirne bespuckt und dabei zu Enkai betet. Auch zu mir sagt sie einiges, was ich nicht verstehe. Der Qualm bereitet mir Schwierigkeiten, und auch Napirai hustet. Doch die erste Nacht bleiben wir bei ihr.

Am Morgen wollen einige Leute mein Baby sehen, doch Mama erkl"art, ich d"urfe die ersten Wochen das Kind niemandem zeigen, ausser denen, die sie mir erlaubt.

Ich verstehe das nicht und frage: „Warum, sie ist doch so sch"on!“ Lketinga schimpft, ich d"urfe nicht sagen, sie sei sch"on, das bringe nur Ungl"uck. Fremde d"urfen sie nicht anschauen, weil sie ihr B"oses anw"unschen k"onnten. In der Schweiz zeigt man stolz seine Kinder, hier muss ich meine Tochter verstecken oder wenn ich hinausgehe, ihr den Kopf mit einem Kanga zudecken. Es f"allt mir sehr schwer.

Seit drei Tagen sitze ich fast den ganzen Tag mit meinem Baby in der dunklen Manyatta, w"ahrend Mama den Eingang bewacht. Mein Mann bereitet ein Fest zur Geburt seiner Tochter vor. Daf"ur muss ein grosser Ochse geschlachtet werden.

Mehrere Alte sind anwesend, verzehren das Fleisch und segnen daf"ur unsere Tochter. Ich bekomme die besten St"ucke, um mich zu st"arken.

Nachts tanzen einige Krieger ihm zu Ehren mit meinem Mann. Nat"urlich m"ussen auch sie sp"ater verpflegt werden. Mama hat mir eine "ubel riechende Fl"ussigkeit gebraut, die mich vor weiteren Krankheiten sch"utzen sol. W"ahrend ich sie austrinken muss, schauen alle zu und sprechen den „Enkai“ f"ur mich. Schon nach einem Schluck wird mir schlecht von diesem Gebr"au. Unauff"allig versch"utte ich so viel wie m"oglich.

Zum Fest kommen auch der Veterin"ar und seine Frau, wor"uber ich sehr froh bin.

Zu meiner "Uberraschung vernehme ich, dass das Blockhaus neben dem ihren frei geworden ist. Jetzt freue ich mich riesig auf ein neues Haus mit zwei Wohnr"aumen und einem WC direkt im Haus. Am n"achsten Tag ziehen wir aus dem zugigen Shop in das etwa 150 Meter entfernte Blockhaus. Zuerst muss ich gr"undlich putzen. Mama h"utet inzwischen unsere Tochter vor dem Haus. Sie h"alt das Kind so geschickt unter ihren Kangas versteckt, dass es gar nicht auff"al t.

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