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ЖАНРЫ

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Das kann doch nicht wahr sein, dass ein rappelvoller Bus ohne intakten Ersatzreifen in der Nacht auf eine so lange Strecke geschickt wird! Die meisten scheint es nicht sonderlich zu st"oren. Sie sitzen oder liegen einfach am Strassenrand.

Es ist kalt, und ich friere. Nach einer dreiviertel Stunde kommt endlich aus der anderen Richtung ein Fahrzeug. Unser Fahrer stellt sich auf die Strasse und fuchtelt wild mit den Armen. Der Wagen h"alt, ein Mann steigt ein. Nun heisst es wieder warten, mindestens drei Stunden, da wir ja schon eineinhalb Stunden unterwegs waren.

Beim Gedanken an meine lange Heimfahrt werde ich panisch. Ich nehme meine Tasche und stelle mich entschlossen auf die Fahrbahn, um das n"achste Auto anzuhalten. Es dauert nicht lange, bis ich in der Ferne zwei helle Scheinwerfer sehe.

Ich winke wie verr"uckt. Ein Mann gibt mir eine Taschenlampe und sagt, ohne sie sei ich tot. Am Lichtpegel erkenne er, dass es ein Bus sei. Tats"achlich quietschen kurz vor mir die Reifen, und ein Bus der Maraika-Safari h"alt. Ich erkl"are, dass ich so schnel wie m"oglich nach Nairobi m"usse und frage, ob ich mitfahren d"urfe. Es scheint ein indisches Unternehmen zu sein, denn im Bus sind die meisten der Fahrg"aste Inder. Nachdem ich nochmals den Fahrpreis entrichtet habe, kann ich mitfahren. Gott sei Dank bin ich mit meinem vielen Geld von der dunklen Strasse weg. Ich d"ose vor mich hin und habe vermutlich schon geschlafen, als es in dem ruhigen Bus wieder laut wird. Verschlafen sp"ahe ich nach draussen in die Finsternis und stel e fest, dass der Bus ebenfalls am Strassenrand steht. Viele Mitfahrer sind schon ausgestiegen und stehen herum. Ich klettere heraus und schaue auf die Reifen. Alle sind okay.

Erst jetzt bemerke ich die offene Motorhaube und erfahre, der Keilriemen sei gerissen. „Was passiert jetzt?“ will ich von jemandem wissen. Es sei schwierig, wir seien noch gut zwei Stunden von Nairobi entfernt, und die Werkst"atten "offneten erst um sieben Uhr. Nur dort k"onne man Ersatz finden. Damit er meine aufsteigenden Tr"anen nicht sieht, wende ich mich ab.

In ein und derselben Nacht stecke ich auf dieser verdammten Strasse mit zwei verschiedenen Bussen fest! Heute ist bereits der dritte Tag, und ich muss um sieben Uhr morgens den Bus in Nairobi nach Nyahururu erreichen, damit ich am vierten Tag den einzigen Bus nach Maralal erwische, sonst muss ich damit rechnen, dass der Kikuyu mein reserviertes Auto weiterverkauft. Ich bin verzweifelt "uber so viel Pech, das mir ausgerechnet dann passiert, wenn jede Stunde z"ahlt. Laufend h"ammert es in meinem Kopf: Ich muss Nairobi vor dem Morgen erreichen!

Zwei Pkws fahren vorbei, doch vor Privatleuten f"urchte ich mich einfach zu sehr.

Nach gut zweieinhalb Stunden erkenne ich wieder die grossen Lichter eines Busses.

Mit zwei brennenden Feuerzeugen stelle ich mich auf die Strasse und hoffe, dass der Fahrer mich sieht. Er h"alt, es ist mein erster Bus! Lachend "offnet mir der Fahrer die T"ur, und ich steige besch"amt ein. In Nairobi habe ich gerade noch Zeit, einen Chai und etwas Kuchen zu verschlingen. Dann sitze ich im n"achsten Bus nach Nyahururu.

Mich schmerzen R"ucken, Nacken und Beine. Dass ich aber trotz des vielen Geldes an mir noch lebe und den Zeitplan einhalten kann, tr"ostet mich.

Mit klopfendem Herzen betrete ich in Maralal das Gesch"aft des Kikuyus. Eine Frau steht hinter dem Tresen und versteht kein Englisch. Ihrem Suaheli entnehme ich gerade soviel, dass ihr Mann nicht hier sei, ich solle morgen wiederkommen. Wie entt"auschend, dass Stress und Ungewissheit noch nicht vorbei sind!

Gegen Mittag sichte ich am n"achsten Tag endlich das fette Gesicht. Auch der Landrover steht noch voll bepackt vor dem Gesch"aft. Er begr"usst mich kurz und r"aumt gesch"aftig das Auto leer. Ich stehe daneben wie bestel t und nicht abgeholt. Als er den letzten Sack aus dem Wagen r"aumt, will ich zum Gesch"aftlichen kommen.

Verlegen reibt er sich die H"ande und erkl"art dann endlich, er m"usse umgerechnet 1

000 Franken mehr verlangen, weil er das Auto jemand anderem verkaufen k"onne.

Nur m"uhsam beherrscht sage ich ihm, dass ich das vereinbarte Geld bei mir habe und nicht mehr. Er zuckt die Schultern und meint, er k"onne schon warten, bis ich den Rest aufgetrieben habe. Unm"oglich, denke ich, das dauert Tage, bis "uberhaupt Geld aus der Schweiz hier ist, und nach Mombasa fahre ich nicht mehr. Als er mich einfach stehen l"asst und andere Leute bedient, st"urze ich aus dem Gesch"aft in Richtung Lodging. Dieser elende Dreckskerl! Ich k"onnte ihn erschlagen.

Vor meinem Lodging steht der Landrover des Managers der Touristen-Lodge. Ich muss die Bar durchqueren, um in den Hinterhof zu gelangen, wo die Schlafr"aume sind. Der Manager erkennt mich sofort und l"adt mich auf ein Bier ein. Er stellt mich seinem Begleiter vor, der im Maralal-Office arbeitet. Wir unterhalten uns erst "uber Belangloses, aber mich interessiert nat"urlich, ob Jutta noch in der N"ahe ist. Leider nein, sie sei f"ur einige Zeit nach Nairobi gegangen, um dort mit Malen wieder zu Geld zu kommen.

Schliesslich erw"ahne ich mein Missgeschick mit dem Landrover. Der Manager lacht und meint, dieser sei keine 2000 Franken mehr wert, denn sonst w"are er schon l"angst verkauft. Bei den wenigen Fahrzeugen hier kenne man jedes. Ich bin jedoch bereit, meine 2500 Franken zu bezahlen, wenn ich ihn nur bekomme. Er bietet mir seine Hilfe an, und wir fahren in seinem Wagen noch mal zum Kikuyu. Es wird hin-und herdebattiert, bis ich endlich meinen Wagen habe. Durch den Manager erfahre ich, dass ich das Logbuch vom Kikuyu bekommen muss und wir f"ur die Umschreibung zusammen ins Office gehen m"ussen, da man hier ein Fahrzeug samt Nummer und Versicherung kauft. Der Manager besteht darauf, dass wir den Kauf mit ihm als Zeuge schriftlich festhalten und dann sofort das Office aufsuchen. Kurz vor B"uroschluss halte ich das umgeschriebene Logbuch in den H"anden und bin nochmals um fast 100

Franken leichter, aber gl"ucklich. Der Kikuyu streckt mir den Schl"ussel entgegen und w"unscht mir viel Gl"uck mit dem Fahrzeug.

Da ich noch nie ein solches Gef"ahrt gesteuert habe, lasse ich mir alles erkl"aren und fahre ihn zu seinem Gesch"aft zur"uck. Die Strasse ist vol er Schlagl"ocher, und das Lenkrad hat viel Spiel, wie ich schon nach f"unf Metern feststelle. Das Schalten geht streng, daf"ur greift die Bremse sehr sp"at. So holpere ich nat"urlich ins erste Schlagloch, und mein Mitfahrer h"alt sich erschrocken am Armaturenbrett fest. „You have a driver-licence?“

fragt er zweifelnd. „Yes“, antworte ich knapp und versuche, wieder zu schalten, was nach einigem Stochern gelingt. Erneut unterbricht er mein konzentriertes Fahren und meint, ich fahre auf der falschen Seite. O shit, hier ist ja Linksverkehr! Der Kikuyu steigt bei seinem Gesch"aft erleichtert aus. Ich fahre weiter zur Schule hinunter, um mich ausser Sichtweite mit dem Landrover vertraut zu machen. Nach einigen Runden beherrsche ich das Vehikel einigermassen.

Nun fahre ich zur Tankstelle, weil die Benzinuhr nur noch ein Viertel anzeigt. Der Somali, der die Tankstelle betreibt, bedauert, im Moment sei kein Benzin erh"altlich.

„Wann wird es wieder eines geben?“ frage ich optimistisch. Heute abend oder morgen, versprochen ist es schon lange, aber man wisse nie genau, wann es kommt. Schon stehe ich vor dem n"achsten Problem. Jetzt habe ich zwar ein Auto, aber kein Benzin.

Das ist der reinste Hohn! Zur"uck beim Kikuyu bitte ich um Benzin. Er habe keines, gibt mir aber immerhin einen Tip, wo es zu Schwarzmarktpreisen zu kaufen ist.

Zwanzig Liter erhalte ich f"ur einen Franken pro Liter. Doch das reicht nicht bis nach Barsaloi und zur"uck. Ich fahre zum Touristen-Lodging-Manager und bekomme tats"achlich zwanzig Liter. Jetzt bin ich zufrieden und nehme mir vor, morgen nach dem Einkaufen direkt nach Barsaloi zu fahren.

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