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ЖАНРЫ

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Eindringlich erkl"are ich ihm, wie wichtig es ist, dass diese Leute morgen ihre Batterie zur"uckbekommen. Er versichert mir, dass das kein Problem sei, und f"ahrt im Landrover der Arbeiter durch den Urwald nach Maralal mit. Ich bin beunruhigt, ob alles klappt, aber er hat es mir fest versprochen und war auch richtig stolz, dass er etwas Wichtiges al ein erledigen soll. Er muss einmal "ubernachten und fr"uhmorgens das einzige Matatu nach Baragoi nehmen.

Ich bin zu Hause und sp"ater im Shop, um James beim Verkauf des Zuckers zu helfen. Jeden Moment erwarten wir Lketinga zur"uck. Doch es wird neun Uhr abends, ehe wir in der Ferne endlich Licht entdecken. Beruhigt koche ich Chai, damit er gleich etwas zu trinken bekommt. Nach einer weiteren halben Stunde h"alt der Landrover der Engl"ander unten bei unserem Shop. Ich eile zu ihnen und frage erstaunt, wo mein Mann sei. Der junge Mann sieht mich ver"argert an und meint, er wisse nicht, wer mein Mann sei, doch er wolle seine Batterie haben, denn sie m"ussen heute noch auf den Weg nach Nairobi, morgen abend geht ihr Flug nach England. Mir wird ganz elend, und ich sch"ame mich, dass mein Versprechen nicht eingehalten wurde.

Es ist mir sehr unangenehm, ihnen mitteilen zu m"ussen, dass die Batterie mit meinem Mann unterwegs sei und er heute eigentlich in Baragoi bei ihnen vorbeikommen sol te. Der Engl"ander regt sich nat"urlich auf. Jetzt hat er unsere alte Batterie eingesetzt, doch diese funktioniert nur solange, bis sie erneut leer ist, denn sie l"adt sich nicht mehr auf.

Ich bin verzweifelt und w"utend auf Lketinga. Das Matatu sei wohl gekommen, aber kein Krieger sei dabei gewesen. Es ist mittlerweile halb zehn, und ich biete ihnen Tee an, um gemeinsam zu "uberlegen, was zu tun ist.

W"ahrend wir den Tee trinken, h"ore ich das Motorenger"ausch eines Lasters. Er h"alt auf der H"ohe unseres Hauses. Gleich darauf kommt Lketinga daher. Keuchend stellt er die beiden schweren Stromspeicher auf den Boden. Ich fahre ihn an, wo er so lange war, diese Leute wollten schon l"angst weiterfahren. Missmutig wechselt der Engl"ander die Batterien, und kurz darauf sind sie weg. Ich bin zornig, weil ich mich von Lketinga im Stich gelassen f"uhle. Er behauptet, das Matatu verpasst zu haben, doch ich rieche eine Alkoholfahne. Geld hat er auch keines mehr, im Gegenteil, er braucht noch 150 Franken, um den Fahrer des Lastwagens zu bezahlen. Mir verschl"agt es fast die Sprache "uber soviel R"ucksichtslosigkeit. Die Batterie hat bereits 350 Franken gekostet, und jetzt das noch dazu, nur weil er in den Bars Bier getrunken hat und deswegen den billigen, "offentlichen Bus verpasste. Das bedeutet, der gesamte Gewinn dieses und des n"achsten Monats ist schon wieder weg.

Grimmig gehe ich ins Bett. Zu allem "Arger und Frust ist mein Mann entschlossen, mit mir zu schlafen. Als ich ihm klarmache, dass ich heute nicht einmal den Versuch gestatte, regt er sich wieder furchtbar auf. Es ist mittlerweile fast Mitternacht, und ausser unserem lauten Wortgefecht ist es "uberal totenstill. Wieder unterstel t er mir einen Liebhaber, den ich letzte Nacht sicher getroffen h"atte. Dies sei wohl auch der Grund, weshalb er nach Maralal geschickt wurde. Ich kann es nicht mehr h"oren und versuche, die inzwischen aufgewachte Napirai zu tr"osten.

Ende des 3. Bandes

Es folgt Band 4

Verzweifelte Lage

Mein Entschluss steht fest. Ich wil hier weg. So oder so haben wir keine "Uberlebenschance. Meine Finanzen schwinden. Mein Mann macht mich nur noch l"acherlich, und die Leute ziehen sich von uns zur"uck, da er hinter jedem Mann einen Liebhaber vermutet. Andererseits ist mir klar, wenn ich ihn verlasse, wird er mir unsere Tochter wegnehmen. Er liebt sie auch, und rechtm"assig geh"ort sie ihm beziehungsweise seiner Mutter. Mit ihr wegzukommen ist aussichtslos. Verzweifelt "uberlege ich, wie unsere Ehe zu retten ist, denn ohne Napirai gehe ich nicht weg.

St"andig ist er jetzt um uns, als sp"ure er etwas. Denke ich an mein Zuhause in der Schweiz, so merkt er es sofort. Es ist, als k"onnte er meine Gedanken lesen. Er gibt sich grosse M"uhe mit Napirai und spielt den ganzen Tag mit ihr. Hin- und hergerissen von meinen Gef"uhlen w"unsche ich mir nichts sehnlicher, als mit der gr"ossten Liebe meines Lebens eine intakte Familie zu bilden, andererseits stirbt in mir diese Liebe langsam ab, weil er kein Vertrauen hat. Ich bin es m"ude, dieses Vertrauen immer wieder aufzubauen und gleichzeitig al ein die Verantwortung f"ur unser "Uberleben zu tragen. Er sitzt nur da und ist mit sich selbst oder seinen Freunden besch"aftigt.

Es bringt mich zur Weissglut, wenn M"anner zu Besuch kommen, meine kleine, acht Monate alte Tochter betrachten und mit Lketinga "uber sp"atere eventuelle Heiratspl"ane sprechen. Wohlwollend nimmt er die Angebote entgegen. Im Guten oder auch im Zorn versuche ich, dies zu unterbinden. Unsere Tochter wird sich ihren Ehernann selbst aussuchen und zwar den, den sie einmal liebt! Ich bin nicht bereit, sie einem alten Mann als zweite oder dritte Frau zu verkaufen. Auch die Beschneidung des M"adchens f"uhrt oft zum Streit. In diesem Punkt stosse ich bei meinem Mann auf Unverst"andnis, obwohl es noch in weiter Ferne liegt.

W"ahrenddessen ist James bem"uht, das Beste aus dem Shop zu machen, und es w"are wieder an der Zeit, einen Lastwagen zu organisieren. Doch mein Geld reicht nicht. Trotzdem beschliessen wir, nach Maralal zu fahren, um auch das Konto auf der Bank zu leeren.

Die Batterie stand die ganze Zeit bei uns im Haus, und ich will gerade los, um den Missionar zu bitten, sie einzubauen, als Lketinga erkl"art, er k"onne das auch. Alles gute Zureden n"utzt nichts. Da ich keinen neuen Krach will, lasse ich ihn gew"ahren.

Und in der Tat springt der Wagen ohne Probleme an. Nach etwa eineinhalb Stunden jedoch stehen wir mitten im Busch, und der Wagen gibt keinen Ton mehr von sich.

Zuerst nehme ich es nicht so tragisch und denke, dass vielleicht ein Kabel nicht gut angeschlossen ist. Als ich jedoch die Haube "offne, trifft mich der Schlag. Lketinga hat die Batterie nicht ausreichend festgeschraubt, und durch die Rumpelei auf der Strasse hat sie einen Sprung bekommen. Die Batteriefl"ussigkeit l"auft auf der einen Seite aus.

Jetzt bin ich der Hysterie wirklich nahe. Eine neue, teure Batterie ist schon wieder kaputt, nur weil sie nicht sachgem"ass eingebaut wurde! Mit Kaugummi versuche ich zu retten, was noch an Fl"ussigkeit vorhanden ist. Es n"utzt nichts, in kurzer Zeit frisst die Batteries"aure alles auf. Ich heule und bin w"utend auf meinen Mann. In br"utender Hitze h"angen wir hier draussen mit einem Baby. Es bleibt uns nichts anderes "ubrig, als dass er zu Fuss zur Mission zur"uckgeht, um Hilfe zu holen, w"ahrend ich hier mit Napirai warte. Es wird Stunden dauern.

Gott sei Dank kann ich Napirai immer noch mit der Brust ern"ahren, sonst w"are das Chaos perfekt. Wenigstens habe ich Trinkwasser dabei. Die Zeit schleicht dahin, und die einzige Abwechslung sind eine Straussenfamilie und ein paar Zebras, die ich beobachten kann. Meine Gedanken "uberschlagen sich, und ich bin entschlossen, nun kein Geld mehr in den Shop zu stecken. Ich will abreisen, und zwar nach Mombasa wie Sophia. Dort k"onnten wir einen Souvenir-Shop betreiben, der mehr Gewinn bringt und weniger anstrengend ist als das Gesch"aft hier oben. Aber wie soll ich das meinem Mann beibringen? Ich muss ihn soweit "uberzeugen, dass er einverstanden ist, denn sonst komme ich mit Napirai nie mehr weg von hier. Allein werde ich es ohnehin nicht schaffen, wer sol te sie w"ahrend der langen Fahrt halten?

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