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ЖАНРЫ

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000 Schillinge in einem Kuvert mitbringt. Sophia willigt sofort ein, und mir bleibt nichts anderes "ubrig, als ebenfal s zu nicken.

Nun erhalten wir ohne Probleme die Lizenz. Der erste Schritt ist getan. Mein Mann k"onnte bereits verkaufen, doch ich darf mich nur im Laden aufhalten und nicht einmal ein Verkaufsgespr"ach f"uhren. Ich weiss, dass es so nicht geht, und "uberrede meinen Mann, mit mir nach Nairobi zu fahren, um die Arbeitsbewilligung sowie den Namen des Gesch"aftes zu beantragen. Wir taufen den Laden auf „Sidais-Massai-Shop“, was zu grossen Diskussionen mit Lketinga f"uhrt. Sidai ist sein zweiter Name. Aber Massai wil er nicht anschreiben. Da aber die Lizenz nunmal ausgestellt ist, gibt es kein Zur"uck mehr.

Im zust"andigen Amt in Nairobi werden wir nach mehreren Stunden Wartezeit aufgefordert mitzukommen. Ich weiss, dass es um sehr viel geht und mache dies meinem Mann eindringlich klar. Einmal ein Nein bleibt ein Nein. Wir werden ausgefragt, warum und wieso ich eine Arbeitserlaubnis brauche. M"uhsam erkl"are ich der Sachbearbeiterin, dass wir eine Familie sind, und da mein Mann keine Schule besucht hat, bleibe mir nichts anderes "ubrig, als zu arbeiten. Dieses Argument sieht sie ein. Aber ich habe zu wenig Devisen gebracht, und mir fehlen fast 20000

Franken, um zusammen mit der vorgezeigten Lizenz die Bewilligung zu bekommen.

Ich verspreche, dieses Geld aus der Schweiz einzuf"uhren und mich wieder zu melden. Vol er Hoffnung verlasse ich das Office. Geld brauche ich nun sowieso, damit ich Ware einkaufen kann. Ersch"opft begeben wir uns auf die weite Heimreise.

Als wir todm"ude zu Hause eintreffen, sind einige Krieger daheim und pr"aparieren Speere f"ur den Verkauf. Edy ist auch dabei. Wir freuen uns sehr, uns nach so langer Zeit wiederzusehen. W"ahrend wir uns "uber fr"uher unterhalten, krabbelt Napirai freudig auf ihn zu.

Da es schon sp"at ist und ich m"ude bin, erlaube ich mir, Edy f"ur morgen zum Tee einzuladen. Schliesslich war er es, der mir damals, als ich verzweifelt Lketinga suchte, geholfen hat.

Kaum sind die Krieger weg, f"angt mein Mann an, mich mit Vorw"urfen und Vermutungen "uber Edy zu qu"alen. Unter anderem wisse er nun, warum ich drei Monate allein in Mombasa war und ihn nicht vorher gesucht habe. Es ist unglaublich, was er mir unterstellt, und ich will einfach weg, damit ich diese h"asslichen Anschuldigungen nicht ertragen muss. Ich packe meine schlafende Napirai auf den R"ucken und laufe in die dunkle Nacht hinaus.

Ziel os streife ich durch die Gegend und stehe auf einmal vor dem Africa-Sea-Lodge-Hotel. Da "uberkommt mich das Bed"urfnis, meine Mutter anzurufen, um ihr zum ersten Mal mitzuteilen, wie es um unsere Ehe steht. Schluchzend erz"ahle ich meiner "uberraschten Mutter einen Teil meines Elends. In so kurzer Zeit einen Rat zu geben ist schwierig, und so bitte ich sie, zu veranlassen, dass jemand von unserer Familie nach Kenia kommt. Ich brauche einen vern"unftigen Rat und seelische Unterst"utzung, und vielleicht hilft es auch Lketinga, mir endlich mehr zu vertrauen.

Wir vereinbaren, morgen um dieselbe Zeit wieder zu telefonieren. Nach dem Gespr"ach geht es mir besser, und ich stolpere zu unserem H"auschen zur"uck.

Mein Mann ist nat"urlich noch streits"uchtiger geworden und wil wissen, woher ich komme. Als ich ihm von meinem Telefongespr"ach und dem anstehenden Besuch eines Familienmitglieds erz"ahle, wird er sofort ruhig.

Zu meiner Erleichterung erfahre ich am n"achsten Abend, dass mein "altester Bruder bereit ist zu kommen. Er wird bereits in einer Woche mit meinem ben"otigten Geld hier sein.

Lketinga ist gespannt, noch jemanden von meiner Familie kennenzulernen. Da es mein "altester Bruder ist, hat er schon jetzt Respekt und behandelt mich freundlicher.

Als Geschenk n"aht er ihm ein Massai-Armband mit seinem Vornamen aus bunten Glasperlen. Irgendwie r"uhrt es mich, wie wichtig dieser Besuch f"ur ihn und James ist.

Mein Bruder Marc ist im Hotel „Two Fishes“

eingetroffen. Die Freude ist al gemein gross, obwohl er nur eine Woche bleiben kann. Er l"adt uns oft zum Essen ins Hotel ein. Es ist herrlich, obwohl ich nicht an seine Rechnungen denken darf. Nat"urlich erlebt er meinen Mann von der besten Seite. In dieser Woche geht er nie weg, um Bier oder Miraa zu konsumieren, und weicht meinem Bruder nicht von der Seite. Als Marc uns zu Hause besucht, staunt er, wie seine fr"uher so elegante Schwester haust. Doch vom Shop ist er begeistert und gibt mir noch ein paar gute Tips. Die Woche ist viel zu schnell vorbei, und am letzten Abend spricht er ausf"uhrlich mit meinem Mann. James "ubersetzt ihm jedes Wort. Als er ehrf"urchtig und kleinlaut verspricht, mich nicht mehr mit seiner Eifersucht zu qu"alen, sind wir "uberzeugt, dass dieser Besuch ein vol er Erfolg war.

Auch James muss zwei Tage sp"ater nach Hause. So begleiten wir ihn nach Nairobi und gehen wegen der Arbeitsbewilligung nochmals ins Nyayo-Geb"aude. Die Stimmung unter uns ist gut, und deshalb bin ich sicher, dass es gelingen wird. Der Name ist registriert worden, und wir haben alle Papiere beisammen. Wieder sind wir im Office und stehen derselben Dame gegen"uber wie vor zweieinhalb Wochen. Als sie das eingef"uhrte Geld sieht, ist alles klar. Ich bekomme meine Arbeitserlaubnis.

Daf"ur streicht sie mir die Niederlassung, die ich die n"achsten zwei Jahre nicht ben"otige. Bis dahin muss ich den Namen meines Mannes im Pass f"uhren und Napirai einen kenianischen Ausweis haben. Mir ist das gleichg"ultig, Hauptsache ich habe meine Arbeitserlaubnis f"ur die n"achsten zwei Jahre. Viele warten jahrelang auf diesen Stempel, der mich al erdings 2000 Franken kostet.

In Nairobi gehen wir auf den Massai-Markt und kaufen gleich gross ein. Jetzt kann das Gesch"aft losgehen. In Mombasa suche ich Fabriken, wo ich Schmuck, Masken, T-Shirts, Kangas, Taschen und andere Waren g"unstig bekomme. Mein Mann begleitet mich meistens mit Napirai. Mit den Preisen ist er selten einverstanden.

Sophia ist "uberrascht, als sie meinen Laden besichtigt. Nach nur f"unf Wochen an der K"uste steht alles, inklusive Arbeitsbewil igung. Bei ihr hat es leider noch nicht geklappt.

Ich lasse 5000 Flugbl"atter drucken, auf denen ich uns vorstelle. Auch eine Wegbeschreibung ist angegeben. Angesprochen sind haupts"achlich Deutsche und Schweizer. In fast al en Hotels darf ich sie an der Rezeption auflegen. In den zwei gr"ossten Hotels miete ich zus"atzlich Vitrinen, um Ware auszustellen. Nat"urlich h"ange ich noch ein ungew"ohnliches Hochzeitsbild dazu. Nun sind wir bereit.

Morgens um neun er"offnen wir das Gesch"aft. F"ur Napirai nehme ich Omelett und Bananen mit. Es ist sehr ruhig, nur zwei Personen erscheinen kurz im Laden. Mittags ist es sehr heiss, und kein Tourist kommt die Strasse entlang. Wir gehen in Ukunda essen und "offnen um zwei Uhr wieder. Ab und zu laufen auf der Hauptstrasse Touristen zu dem weiter unten gelegenen Supermarkt, unser Gesch"aft bemerken sie nicht.

Am Nachmittag kommt endlich eine Gruppe Schweizer mit dem Flugblatt in den H"anden. Freudig unterhalte ich mich mit ihnen, und sie wollen nat"urlich vieles wissen. Fast jeder kauft etwas. F"ur den ersten Tag bin ich zufrieden, obwohl mir klar ist, dass wir die Leute noch besser auf uns aufmerksam machen m"ussen. Am zweiten Tag schlage ich meinem Mann vor, sobald Weisse des Weges kommen, ihnen einen Zettel in die Hand zu dr"ucken. Bei ihm schaut jeder sofort hin. Tats"achlich, es gelingt.

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