Дневник переводчика Посольского приказа Кристофа Боуша (1654-1664). Перевод, комментарии, немецкий оригинал
Шрифт:
Endlich ward auch der churfurstliche brandenburgische Abgesandter zur Audientz gefordert, legette sein Gewerbe und solicitirte auch umb eine Conferentz.
(51r) Den 26. Jan. ist der Stolnik Iwan Telepnew in Abgesandschafft von Ihr Czaar. Maytt. zu dem Konig in Pohl. abgefertiget, zu entbiethen, dass von Ihr Czaar. Maytt. oder der moscowittischen Seite der Willnische Contract fest gehalten, von der pohlnischen Seite aber in Versaummung des angesetzten Termins, das zum Reichstag bestimmet wahr, violiret ware. Dennoch so wolten Ihr Czar. Maytt., das beschlossene Armistitium solten und waren entschlossen, zu Vollenfuhrung des gluklich angefangenen Werkes verscheiner Willnischen Commission abermahl ihre Commission nach der Wilde, selbige Tractaten wieder zu reassumiren, zu deputiren, weswegen dan auch Ihr[e] Konigliche Maytt. und die Republ[ic] in Pohlen auch der ihrige mit einer volligen Vollmacht dahin ordnen solten.
Den 27. Jan. ward der brandenburg[ische] H. Borentin zur Conferentz, gab zu verstehen, wie dass Ihr Churfurstliche Durchl. auf Begehren Ihro Czar. Maytt. der unter Riga geschlossenen Neutralitets Puncten in Praesent Ihr Czar. Maytt. Abgesandter Afonasei Nesterow ratificiret und aprobiret hatten, desselbigen gleichen mochten auch Ihr Czar. Maytt. zu selbige ratificiren und verabschiedeter Weise zu conformiren belieben. Auch wahren Ihr Churfurstliche Durchl. auf Ihr Czaar. Maytt. Begehren und Anhalten durch vorgedachten dero Abgesandten von der schwedischen Seite abgetreten und hatten sich numehro wieder gantzlich, nachdem sie in ihren Quaesiten von der Cron Pohl. befriediget worden, mit der Republ[ic] in Pohl. conjungiret, dass demnach auch Ihr Czaar. Maytt. gegen den Konig von der Chron Pohl. in aller Freundschfft laut seiner Resolution zu verfahren und bey dero Intention zu continuiren sich bequahmen mochten. Ihr[e] Churfurstliche D[urchlaucht] aber wolten ihren besten Fleiss anwenden, damit der angefangene Willnische Vertrag zur Vollkommenheit gelangen und seinen Efect erreichen konte, dass auch aussbenommen Ihr Czaar. Maytt. keinen einigen Potentat zur Succession der (51v) Chron Pohlen nicht gelangen mochte, hielte darneben streng an, dass, in dem Ihr Czar. Maytt. mit Ihr[er] Churfurstlichen Durchl. gemeine Hand halten wolten, umb zu verhuten, dass keiner vom Hause Ostereich in itzigen pohl. Unheil und schweren Krieg sich zur Succession der Cron Pohlen eindringen mochte. Aber die Neutralitet zu approbiren ward gantz abgesaget, vorgebend, dass es nicht gebrauchlich ware, dass die Grossherren, Czaaren und Grossfursten in Moscau, solches vor diesem gethan hatten.
Den 28. Janu. ist der Brandenburgsche bey dem Cantzler Almar Ivanowitz nebenst dem Moscowitschen Hoffmarcharl Fedor Michalowitz Artischow zur Aben[d]mahlzeit gewesen und prechtig tractiert worden, nur bloss darumb, ob er sich nicht betrunken, ein etwas auslassen und eiferer Sachen zum besten resolviren wurde. Aber er ass und trank lustig und wolte sich diesen Abend in keine einige Discurse seines Gewerbes wegen einlassen.
Den 29. Jan. wurden die koniglichen Unger[i]sche zur Conferentz beruffen und hielten im Nahmen Ihres Allergnadigsten Konigs und Herren, Ihr[er] Koniglichen Maytt. in Bohmen und Ungern, an, dass die bey dero H. Vater Glorwurdigster Gedachtnuss angefangene Interposition zwischen Ihr[er] Czaar. Maytt. und Ihr[er] Koniglichen Maytt. in Pohlen weiden mochte, im Nahmen Ihr[er] Koniglichen Maytt. in Bohmen und Ungern, angenommen und zwischen beyden Reichen alle Zweytrachten und Uneinigkeiten an Seit gesetzet werden und der edle Fried und Einigkeit erbauet werden. Aber ihre Interposition anzunehmen ward kurtz und gut abgesaget.
Hernach ward auch der konigliche dehnische Abgesandter zur Conferentz, hielte wie vor an umb Abprobirung der Aliantz wieder Schweden, spuhrete aber in seinem Begehren gar einen schlechten Succes, weilen die unsrigen nunmehr nicht ungeneigt wahren, mit der Cron Schweden in Frieden sich einzulassen.
(52r) Den 30. Jan. kahmen die persianische Ambasadeurs, in die 200 Persohnen und daruber stark, auf der Moscow an und wurden mit einer grossen Pompe empfangen.
Den 7. Febr. ward dem gantzen Reich der Dienst wieder der Chron Pohl. angekundiget, nach den zaporowschen Kosaken Order gesand, dass sie sich fertig halten solten, so bald nur Befehl gegeben wurde, die Pohlen anzugreiffen.
Den 9. Febr. hatte der persianische Ambassaduer Audienz und praesentirten von ihrem Konige viel prechtige Geschenke, turkische Pferde, feine Guldstuk, viel ungesponnen Seyde und Salpeter.
Den 10. Febr. ist Stolnik Iwan Telepnew, der bis dato cunctieren mussen, abgangen mit selbiger Resolution, wie vor bey dem 26. Jan. specificiret.
Den 17. Febr. ist der Ungerisch[e] abermahl zur Conferentz gewesen, ward beschuldiget, wegen Ihr Czaar. Maytt. Tittul, die er nicht gebuhrlicher Maassen gebrauchet, sondern verandert hatte. Auch ward sein Begehren wegen der pohl. Tractaten gantz verworffen, weilen wir wieder den Pohl. in die Haar zu greiffen gesonnen wahrren.
Den 20. Febr. wahren nacheinander der konigliche Unger[i]sche und der churfurst. Brandenburgische vor Ihr Czaar. Maytt. und bekahmen recht malcontent ihren Abschiedt. Der konigliche Ungarische wolte nochmahls keiner Maytt. bey Erwehnung des czar[i]schen Nahmens gedenken, sondern redete nur von Czarischer Grossmachtigkeit, liess auch den Brief, der ihm von Ihr Czaar. Maytt. an Ihr[e] Konigliche Maytt. in Ungern und Bohmen gegeben wahr, weiln ihm mit Grossmachtigsten, sondern nur mit einem positivo, Grossmachtigen, geschrieben, in Quartier auf der Taffel liegen und reisete seiner Wege.
Der Brandenburgische reysete auch, weilen ihm die ge(52v)schlossene Neutralitet unter Riga nicht allein nicht ratificiret, sondern auch, dass Ihr[e] Churfurstliche Durchl. mit der Chron Pohl. der Alliantz sich eussern solte, zu verstehen gegeben ward, mit grossem Unwillen davon, denn er gewiss einer viel besserer Expedition versichert anhero kommen wahr.
Den 18. Marcii bekahmen wir Zeitung, wie dass zwischen Schweden und Dahnmarken zu Friedrichsstadt ein Frieden geschlossen und die Schweden den Dahnen Puncten nach ihrem Belieben vorgeschrieben hatten.
Den 19. Marcii ist der pohl. Curier Golecki nach Moscau kommen.
Den 23. Mar. ist er zur Audientz gewesen, bringet mit sich, dass Ihr[e] Konigliche Maytt. den letzten May denen Stenden einen Reichstag angesetzet hatten.
Den 26. Martii ward der Stolnik Afonassij Nesterow abermahl zum Churfursten von Brandenburg abgefertiget, umb zu verhuten, dass Ihr[e] Churfurstliche Durchl. keine recht vertrauliche Aliantz mit der Chron Pohlen eingehen mochte, und wann sie auch schon eingegangen sein solte, darnach auszusein, dass dennoch auch die mit Ihr Czaar. Maytt. unter Riga geschlossene Neutralitet in ihren Vigor bleiben und dass von Ihr Churf[urstliche] Durchl. der Chron Pohlen gegen Moscau keine einige Assistentz weder mit Rath noch mit That, gegeben werden mochte im Fall aber muglich, dahin zu bearbeiten, dass vorige mit der Chron Schweden getroffene Einigkeit ernueret und wiedergebracht wurde.
Den 27. Marc[ii] ist der Stolnik Jacob Liecharow und der Diak Ivan Pieskow zum Konige in Ungern nach (53r) Ostereich abgefertiget worden, den H. Fraxstein zu verklagen wegen angethanen Despectes in Nachlassung des czaar. Brieffes auch Gebrauch der ungewohnlichen Tiettel.
Den 28. Marc[ii] ist der Okolnitzey Bogdan Mathwiewitz Chytraho, nach dem er dem Ivan Wychowskij dass Regiment uber die zaporowsche Kosacken ubergeben und ihn zum Generalen an des verstorbenen Chmelnicki seine Stelle eingesetzet hatte, von der Ukrain in die Hauptstadt Moskau arriviret.
Den 2. Aprilis ist der pohl. Courier Goletzki abgefertiget mit selbiger Resolution, die dem Stolnik Iwan Telepnow anvertrauet worden.
Den 7. April sind aber Universal nach der Ukrain an den Gener[al] Wyhowski, auch allen Obersten, ausgesand, dass sie alle fertig sein und nur auf Ordre, die Pohlen anzugreiffen, wahrten solten.
Den 12. April ist zu denen im Arrest sitzenden schwedischen Ambassadeurs Ihr Czaar. Maytt. Taffel alss eine besondere Gnade gesand worden.
Den 16. April kahm der von den H. schwedischen Ambassadeurs nach dem Konige in Schweden abgefertigte Hoffjuncker Conrath v[on] Berner zuruke nach Moscau mit Relation, dass sein Konig und Herr, Ihr[e] Konigliche Maytt. in Schweden, mit Moscau sich in Frieden einzulassen nicht ungeneigt wahre, brachte auch den H. Ambassadeur Order und Befehl mit, die Praeliminaria zur Commission auf Moscau zu beschliessen.
(53v) Den 19. April wahr auf Ihr Czar. Maytt. Befehl der Cantzler oder dumni Diak Almar Ivanow, umb zu vernehmen, auf wass Weise die eingerissene Streitig(53v)keiten beyzulegen und der verlohrne Frieden wieder zu bringen wahre.
Selbigen Tag kam auch von den zaporowschen General Wychowski ein Oberster, Gregorcynski, in Gesandtschafft nach Moscaw.
Den 20. April wahr der Cantzler Almar auf Ihr Czaar. Maytt. Befehl abermahl bey den schwedischen H. Ambasadeur und beschloss mit selbigem, dass, wenn es Ihr Czaar. Maytt. Befehl sein und ihm angezeuget wurde, sie mit denen dazu deputirten Bojaren und Rathen in Conferentz kommen und die Praeliminaria zur Commission zu schliessen versuchen solten.