Дневник переводчика Посольского приказа Кристофа Боуша (1654-1664). Перевод, комментарии, немецкий оригинал
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Den 20. Jan. ist Zeitung einkommen, wie das die Tartarn unter Sewsk von dem Bojaren Grigorey Siemienowitz Kurakin geschlagen und ihr Sultan, der Diwletscha Mursa Schirenskij, gefangen.
Den 24. Jan. kommt Zeitung ein, dass der Bojar Knes Ivan Ivannowitz Lobanow Rostowskij den crimischen Chan unter Putiwol geschlagen und zuruk getrieben.
Den 25. Jan. ist der gefangene tartarische Mursa Diwletscha Schirenskij zu Moscau eingebracht.
Den 30. Jan. ist an den Dworanin Ivan Zelabowskij, der nach den Confoederirten deputiret war, Befehl geschikt, dass er sich zuruk wenden solte.
Den 3. February ist der gefangene tartarische Mursa, weil er in seinen Banden weder essen noch trinken wolen, gestorben.
Den 9. Febr., nachdem Zeitung von Smolensko eingelauffen, dass die pol. Commissarien schon lange der unsrigen auf der Grantze zu Sklow erwarteten, sind auff die Tractaten zu Commissarien deputire der vornehmste Bojar und Statthalter zu Kasan Knes Nikita Ivanowitz Odojewskij, der Bojar und Statthalter zu Twer Knes Ivan Siemenowitz Prosorowskij, der Hoffrath und Statthalter zu Schutzk Afanasey Laurentiewitz Ardin-Nasczokin, der Gesandschafften Cantzler Almaz Ivanow und der Diak Feodor Michailow.
(103r) Den 13. Febr. ist ein Lieutenant, Timofey Kischkin, mit Ihro Cz. Maytt. Brieffe zu dem Konig in Polen abgangen, anzudeuten, dass sie ihre Commissarien deputirt, welche auch alsobald nach Smolensko, die Tractaten auf der Grantze fortzusetzen, abreisen wurden. Ein ander Courier, der Podiatzey Ivan Kasarinow, ging mit der Commissarien Brieff zu den pol. Herren Commissariis, andeutend, dass sie schon von Moskow auffgebrochen waren und ersuchend, dass denen Herren Pol. etwas auf ihre Ankunfft, weilen der Weg itzo sehr bose, zu warten belieben mochten.
Den 15. Febr. ist von den pol. Commissarien, nehmlich von dem Herren Jeronimus Wierbowskij, Palatino Sirad[skij], Herren Carolo Georgio Chlebowitz, Duc. Zamay[ten] Guber[nator], Herren Stanislao Sarbiewskij, Palatino Mazo[wieckij], Herren Christophoro in Baschna Zawischa, March[al] m[agnus] M. D. L., Herren Gypriano Paulo Brostowskij, Referendario et Notario M. D. L. Herren Johanne Chrapowieckij, Succamerario Smol[ensis], ein Courier, Samuel Bogdanowitz, mit einem Brieff an unsere Herren Commissarien angelanget, auch noch selbigen Abend bey den unsrigen in Knes Nikita Iwanowitz Odojewskij seinem Hoffe zu Conferentz gewesen. Es ward von pol. Seite hochlich geklaget uber der Herren Russen Nachlassigkeit, dass selbige genuge voriger Resolution auf den im Januario angesetzten und hernach von Ihro Koniglichen Maytt. auch im vergangenen December zu den Tractaten bewilligte Termnin sich nicht eingestellet, (103v) weswegen dann sie, die Polen (weilen nunmehr, gantzer 2 Monat auf den Grantzen wartend, keine einige Wissenschafft von den unsern erhalten), den Schimpff und Despect, so ihnen hiedurch angethan, nicht weiter ertragen konnen, zu dem, weilen der Ort, da sie stehen, sehr verheeret, wegen Mangel benothigten Auffenthalts sich von dannen begeben mussen, demnach dergestalt, dass sie obzwar in abgelegenen Ortern theils der russischen Commissarien Respons erwahrten, theils aber zu Ihro Koniglichen Maytt. in dieser Sache, so zu Ihr[er] Koniglichen Maytt. und der gantzen Republique grosten Despecte von russischer Seite verschleppet worden, ferner Ordre zu erhalten, sich begeben wolten.
Den 18. Febr. sind die Herren zu der pol. Commission deputirte Commissarien, auch vier Cantzleybedienten nach gehaltener Bethstunde in der Hauptkirche S. Marien Verkundigung bey Ihr Cz. Maytt. Hand gewesen und haben ihren Abschied bekommen.
Selbigen Tag sind auch die schwedischen Herren Ambassadeurs, der Reichsrath Herr Bent Horn, der Landrath H. Johan Hasfer, der Assistentzrath H. Andreas Walwink in der Moscau mit der schwedischen koniglichen Ratification uber den neulich zu Cardies geschlossenen ewigen Frieden angelanget und prachtig empfangen worden. Derer Suite bestund in 150 Personen wohlstaffirte Leute.
(104r) Den 19. Febr. sind die russische Commissarien von Moscou nach Smolensko abgereiset.
Den 24. Febr. sind die schwedischen Herren Ambassadeurs bey Ihr Cz. Maytt. in den quadrirten Saal gegen der Hauptkirche uber zur Audience gefordert. Aber sie kamen, mit Pauken, Trompetten und bewehrten Trabanten, auch ihrer gar prachtigen Suite begleitet, bis an den Gang der Kirchen mit den verguldeten Thurmen. Nach der Abgebung der Ratification uberreichten sie noch einen Vollmachtsbrieff und hielten umb eine Conferentz an mit Ihro Cz. Maytt. Bojaren und Rathen.
Den 26. Febr. ist der General Gonsewskij bey den kayserlichen Herren Legaten gewesen wegen Unterredung von etzlichen Privatsachen.
Den 28. Febr. sind die schwedischen Ambassadeurs mit dem nechsten Bojaren und Statthalter zu Kasan Knes Alexei Nikititz Trubetzkoy, dem Bojaren und Statthalter zu Susdall Kn. Juria Alexiewitz Dolgorukow, dem Okolnitzey, Generalzeugmeister und Statthalter zu Rzow Bogdan Matthwewitz Chytrowo, dem Cantzler Larion Dmitriewitz Lopuchin in Conferentz gewesen und haben Ihro Konigliche Maytt. in Schweden Interposition zwischen Russland und Polen offeriret.
Den 3. Martii ist der gefangene General Gonsewskij nebst etzlichen Obristen und Officirs bey Ihro Cz. Maytt. Hand gewesen.
Den 4. Martii haben die schwedischen Ambassadeurs abermahls eine Conferentz gehalten, und ward (104v) vor diesmahl nicht acceptiret, weilen sich der Konig und die Republique in Polen resolviret hatten, ohne einigen Mediatoren vom Frieden zu tractiren.
Den 5. Martii sind die Herren kayserliche Abgesandte zur Conferentz gefordert, umb zu vernehmen, was ihre eigentliche Resolution sey, ob sie nach Hause zu reysen oder ferner zu warten gesonnen.
Den 6. Martii haben Ihro Czar. Maytt. in Moscau in Praesentz der schwedischen Herren Ambassaduers die zu Cardis neulich auffgerichtete Friedenspacta confirmiret und mit ihrem Eyde auf dem heiligen Evangelio bekrafftiget und beschworen, auch selbige Confirmation schrifftlich verfasset, mit beyhangendem Reichssiegel besiegelt, dem schwedischen Ambassadeur uberreichet.
Den 9. Martii sind die pol. Gefangene, der General Gonsewskij und andere, von Mosco nach Smolensko abgefuhret.
Dito des Abends in der andern Stunde der Nacht musten die Herren schwedische Abgesandte zur Conferentz erscheinen, aber es gab diese nachtliche Conferentz einen grossen Streit wegen etzlicher Puncten, die in dem aufgerichteten Instrumento Pacis nicht gleich in der russischen und schwedischen Sprache ubereinstimmten, nehmlich das freye Commercium und die Erlassung der Gefangenen betreffend.
Den 13. Martii ward der Tolk Philat Adler in der Eil wegen Correction der streitigen Puncten mit einem Brieffe zu den Moscowitischen Grossgesandten nach Schweden abgefertiget.
Den 15. Martii wurden denen schwedischen Abgesandten die Geschenke von Ihr Cz. Maytt. abgegeben, waren (105r) auch abermahl des Abends zur Conferentz, musten aber nach langem Controvertiren, weilen die Russen die schwedischen Gefangene, welche ihre Religion angenommen hatten, gnuge dem russischen Original nicht wiedergeben, die Schweden aber laut dem schwedischen Original alle ihre Gefangene zuruk haben wolten, unverichter Sachen von ein ander schieden.
Den 27. Martii ist der General Gonsewskij auf Ihro Cz. Maytt. Befehl von Smolensko nach seinem Vaterlande den Dnieper Strom hinab nach Orscha abgelassen worden und seine schrifftliche Parolle hinterlassen, vor sich 5 russische Generals zu stellen, so theilss bey der Сron-, theils bey der littauischen Armee gefangen sassen, nehmlich den Okolnitzy und Woywoden Knes Osip Iwanowitz Scherbaty, den Stolnik Kn. Siemion Lukitz Scherbaty, den Stolnik Kn. Grigorey Afonasiewitz Koslowskij, den Stolnik Kn. Piotr Ivanowitz Chowanskij, den Stolnik Iwan Paulowitz Akinfiew.