Дневник переводчика Посольского приказа Кристофа Боуша (1654-1664). Перевод, комментарии, немецкий оригинал
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Den 4. May ist der Generalmajor Dromonth Bychow zu proviantiren und mit frischer Garnison zu versehen mit 500 Mann zu Pferde und zu Fuss von Smolensk abmarchiret.
Den 10. May ist der aus Moscau von den russischen Commissariis zu den Polen abgefertigte Courier Ivan Kazarinow zuruke nach Smolensk mit einem Brieff nur von dreyen pol. Commissariis angelanget, nehmlich von Herren Chlebowitz, Herren Marechal Zawischa und dem General Gonsewskij, welche den russischen Commissariis wissen lassen, (105v) dass ihre Herren Collegen fernere Ordre zu halten zu Ihro Koniglichen Maytt. verreiset und itzo bey dem Reichstage zu Warschau auffwahrteten, so bald aber etwas Gewisses von selbigen einkommen werde, wolten sie es den russischen Commissariis kund thun. Unterdessen mochten sie unverdrossen auf ferneren Bescheid wahrten, weilen dieser Verzug einig und allein von ihrer Nachlassigket herruhrte.
Den 12. May ist von den pol. Commissariis ein Courier, Rosdowskij, angelanget, mit vorigem Bericht demnach erholend, dass die russische Commiss. auf ferneren Bescheid vom Reichstage (welchen sie, sobald er einkommen mochte, zu publiciren nicht versaumen wolten) warten solten.
Den 14. May ist der Podiatzey Piotr Dolgowa vom Zumskij und der confoederirten Armee mit einem Brieff an den Dolgorukow und Rtischtzow angelanget, berichtend, dass von pol. Seite zur Auswechselung der Gefangenen allbereits Commissarien deputiret waren, welche sich ungesaumet auf der Grantze mit den russischen Gefangenen einstellen wurden.
Den 28. May ist in Moscau die Princessin und czar. Fraulein Theodosia Alexiewna gebohren.
Den 1. Juni ist der Generalmajor Dromonth mit seiner Partey, die nach Bychow geweseen, zuruke kommen und hat bey 20 Fahnen, 50 Gefangene, unter welchen ein Major Friesse, 1 Cap[itan], 2 Lieut[enanten], 1 Fenrich, auch ein Regimentsstuk, auch bey 400 Musqueten, auch etzliche Pauken und Trommeln mitgebracht, die er von den Polen erobert.
(106r) Den 6. Juni ist der Diak Grigorey Bogdanow, umb mit dem Hoffrath Nasczokin in Gesandschafft nach Polen, umb allda den Frieden auf eine neue Manier zu tractiren, zu verreisen, in Smolensk angelanget, soll fur die occupirten Orter in Weissreussen und der Ukrain den Polen Lieffland, welches man von den Schweden nehmen und ihnen geben will, oder baar Geld der Armee zu zahlen anbiethen.
Den 7. Juni ist der Streptzey Juria Lutochin mit der Herren Commissarien Brieff nach Moscau abgefertiget, Ordre zu holen, was ferner zu thun, weilen nicht rathsahm, dass der Hoffrath Nasczokin, ehe und bevor etwas Gewisses von den pol. Commissariis erfolgen wurde, auch die vorigen Abgesandten und Courier aus Polen noch nicht zuruk gekommen waren.
Den 18. Juni ist der Tolk Danilo Kononow aus Moscau mit Ihro Cz. Maytt. Befehl angelanget, dass genuge vorigem Befehl der Courier Ivan Mikitin alsobald mit Ihro Cz. Maytt. Brieff zu dem Konige in Polen wegen eines freyen Geleites den Gesandten vorgehen, der Hoffrath Nasczokin aber und Bogdanow sich noch bis weiteren Befehl in Smolensk verweilen solten.
Den 22. Juni ist der Podiatzey Iwan Mikitin wegen eines freyen Geleits der Gesandten mit Ihro Cz. Maytt. Brieffe zu Ihr Koniglichen Maytt. in Polen abgefertiget. Imgleichen ein ander Podiatzey, Wasili Mikonkyn, mit der Commissarien Brieffe an den Podkomorzy Orschanskij H. Stetkiewitz wegen Abzuge der Besatzung und Aufgebung der Festung Borisow zu accordiren auch den dawesenden Commendanten fernere Ordre zu bringen, abgereiset.
(106v) Den 27. Juni ist der nach Moscau zu Ihro Cz. Maytt. abgefertigte Streptzey Lytochyn zuruk nach Smolensk kommen und hat denen Herren Commissarien die Instruction zu den Tractaten mitgebracht, die eusserste Declaration lautete, denen Polen nur bis an das Wasser Beresse zu cediren und von allem abgenommenen nichts, auch keinen einigen von denen Leuten, so zu den russischen Glauben getreten und sich in Dienste begeben, abzutreten.
Den 5. Juli ist der Zyletz Ivan Bogdanow zu denen Herrn Commissarien mit einem Brieffe wegen ihres langwierigen Ausbleibens, auch an die littuasche Armee wegen Auswechselung der Gefangenen, abgefertiget.
Den 16. Juli ist von Ihro Cz. Maytt. aus der Geheimen Cantzley Befehl kommen, dass der Hoffrath H. Nasczokyn sich nacher Moscau zu Ihro Cz. Maytt. begeben solte.
Den 19. Juli ist von der Besatzung aus Borisow ein Fahnrich mit Schreiben kommen, welcher berichtet, dass der Gouverneur Kirilo Chlopow die Festung an den Podkomorzy Orschanskij Stetkiewitz auf Condition eines freyen Abzugs mit alle den seinigen ubergeben habe, und nunmehr schon auf der Reyse ware.
Den 22. Juli ist ein konigliche pol. Courier, Stephan Midekscha, mit Ihro Koniglichen Maytt. Brieffe an Ihro Czar. Maytt., auch des Generals Gonsewskij und des Marechal Zeronskij Brieffen, zu Smolensk angelanget.
Den 23. Juli ist der Courier Midekscha bey denen Herren Commissaries zur Conferentz gewesen, weilen (107r) der General Gonsewskij in seinem an ihnen geschriebenen Brieff auf mundlichen Bericht desselbigen seine Intention beruhen lasset, berichtet demnach, dass keine Commission ehe und bevor zu hoffen, bis der Hoffrath H. Nasczokyn gnuge der von Ihro Cz. Maytt. dem General Gonsewskij gegebener Declaration bey Ihro Koniglichen Maytt. alle Sachen richtig gemachet und alle Puncten, darauff der Frieden beruhen konnte, geschlossen hatte, weswegen er dann zu Ihro Czar. Maytt., umb eine schleunige Abfertigung desselbigen anzuhalten, abgefertiget ware, desgleichen wurden auch die russische Abgesandten und Couriers bey dem koniglichen pol. Hoffe bis des Herren Nasczokyns Ankunfft angehalten werden.
Den 25., die kayserlichen Abgesandten begehren durch den dumny Diak Almar Ivanow, dass die Herren Commissarien an Ihro Czar. Maytt. nach Moscau ihrenthalben mochten gelangen lassen, wie dass sie nunmehro ins andere Jahr der Commission wartend, itzo von dem General Gonsewskij erst verstandiget waren, dass ihre Interposition zwar von Ihro Koniglichen Maytt. in Polen acceptiret, dennoch die gantze Negotie der Commission annoch bis Ankunfft und geschehener Proposition des Hoffraths Nasczokyn suspediret und auffgeschoben ware. Weilen nun diese Commission lang zu wahrten, ihnen aber Ihro Kayserliche Maytt. expresse Ordre befehlichte, keine einige Sache ohne Ihro Czaar. Maytt. Willen und Wollgefallen vorzunehmen, demnach stunde itzo bey Ihro Czar. Maytt., sie ferner bis zu kunftigen Fortgang der Commission, welche sich aufs schleinngste bis Pfingsten (107v) hinaus verweilen muste, in dero Reich zu behalten oder ihnen ihren Abschied nach Ihro Kayserlichen Maytt. zu reisen, werden zulassen, damit Ihro Kayserliche Maytt. weder sie oder andere ihre Ministres kunftig wenig von Nothen seyn wird, der Commission beywohnen liessen, und waren also in diesem allen Ihro Czar. Maytt. Willen und Befehl nachzuleben resolviret.
Den 26. Juli ist ein Courier, Stephan Ditzkow, von den Herren Commissarien zu Ihro Cz. Maytt. nach Moscau zu der Conferentz des pol. Couriers Medekscha, auch was ferner in ihrer Negotie vorzunehmen und den Kayserlichen ihrem Anhalten Ordre zu bringen, abgefertiget. Selbigen Tag ist auch der Courier Medekscha von Smolensko nach Moscau abgereiset.
Den 28. Juli in der Mittagsstunde ist in Smolensko ein machtiger Sturmwind enstanden, welcher viele Thurme, Pasteyen und Dacher, theils gantze Gebaude ubern Hauffen geworffen, weggetragen und also unmenschlich viel Schaden verursachet hat. Selbigen Tag ist der in Borisow gewesene Gouverneur Kirilo Osipowitz Chlopow mit der abgelassenen Besatzung und zugestatteten Stuken und Munition, nachdem ihn die Polen bis Krasna convoiiret hatten, zu Smolensko angelanget.
Den 2. Augusti ist aus Moscou Ihro Czar. Maytt. Courier mit Brieffen an die Herren Commissarien angelanget. Selbige brachten mit, wie dass den 25. Juli in der Hauptstadt Moscau unter dem gemeinen Mann ein machtiger Auffruhr entstanden, also dass ein Theil der Rebellen in der Stadt die Hauser zu plundern angefangen, der andere aber vor Ihro Czaar. Maytt. in (108r) Columinsk, eine Meile von Moscau, mit stolzen Worten und gar unhofflicher Weise umb viele unbillige Sachen anhaltend, erschienen. Aber diese Rebellion ware Gott Lob (weilen die gantze Soldatesca von diesem bosen Vornehmen nichts gewust, vielmehr selbige Meytherirer zum Gehorsahm zu zwingen sich resolviret hatte) gestellet, nachdem viele von denselbigen erschlagen, die andere aber eingezogen, gehenket, gekopffet und ans Elend verschiket waren, also dass nun nichts Gefahrliches mehr zu furchten ware, dass demnach diesen allen hiesigen Einwohnern auch mochte zu wissen gethan werden. Es sind dennoch bey dieser Rebellion, als gewisse Leuthe, so dazu mahls gegenwartig gewesen, berichten, etliche 1.000 Menschen umbkommen, meistentheils aber unschuldige Leuthe, weilen dazu mahl ein jeder, so nur auf der Gassen angetroffen, gefanglich eingezogen und, ob sie gleich nichts von diesem Vornehmen gewust, sondern nur zuzusehen, was passiret, oder an derer ihrer Geschaffte wegen ausgegangen gewesen, also bald gehenket worden.
Den 16. Augusti ist von der littauschen Armee zur Auswechselung der Gefangenen deputirten Commissarien, H. Andreas Wolan, Sendza Oschmianskij, Herr Lipskij, Podstoli Polotzkij, ein Courier, Gluchowskij genend, mit Brieffe an die russische Commissarien angelanget, welche lauten, dass von Ihro Koniglichen Maytt. in Polen der Oberste H. Christoph Stetkiewitz, Podkomorzy Orsanskij, auch sie beyde von der gantzen confoederirten littauschen Armee zu der Aus(108v)wechselung der Gefangenen deputiret waren. Demnach mochten auch die russische Commissarien die unsrigen zu dieser Functie verordnen und Ort und Termin ihrer Zusammenkunfft bestimmen.