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ЖАНРЫ

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„Jetzt erschreck mich nicht! Ich habe keine Lust auf Knast.“

„Du weisst doch selber, vor dem Gef"angnis ist niemand sicher.“

„Das weiss ich, aber sitzen w"urde ich nicht. Lieber sterben.“

„Jetzt erschreckst du mich.“

Stella wurde nachdenklich. Sie wog das F"ur und Wider ab und sagte:

„Du hast recht. Wir haben jetzt weniger Leute und der Ruf der Firma ist alles andere als erfreulich, da l"asst sich nicht leugnen. Wir nehmen alle um uns herum aus, bezahlen unser Studium, trinken, spielen in Kasino und geben Geld aus.“

„Bitte nicht verallgemeinern. Ich spare.“

„Also gut, ich gebe mein Geld aus. Aber was du dir zusammengespart hast, w"urde dir bei deinen Anspr"uchen auch nicht zum Leben reichen, oder?“

„Nat"urlich nicht.“

„Das bedeutet, dass wir eine andere Einnahmequelle brauchen.“

„Ja, ja! Wir m"ussen die Firma dichtmachen, Stella! Mein Herz sagt mir, dass etwas nicht stimmt.“

„Gut, lass mich "uberlegen, was wir unternehmen k"onnten.“

Stella verliess ihre Freundin etwas verwirrt und missgelaunt. Die Gedanken drehten sich in ihrem Kopf auf der Suche nach einer Idee. Sie wollte nicht ohne Natalja weitermachen, die beiden arbeiteten ja trotz aller Meinungsverschiedenheiten ganz gut zusammen, verstanden einander auf Anhieb. Natalja k"onnte mit einer normalen Arbeit problemlos Geld verdienen und dazu noch ihr altes Gewerbe am Wochenende betreiben. Aber Stella h"atte damit Schwierigkeiten. Sie ging nur mit M"annern ins Bett, die sie wirklich mochte. Das einzige, womit sie gut verdienen konnte, waren Gaunereien, ihre Theaterauff"uhrungen, wo sie ihre Kunst, Tr"anen zu vergiessen, wann immer sie es brauchte, geschickt einsetzte. Nicht damit, ihren K"orper zu verkaufen. Das war nicht ihr Ding. Das Bett, K"usse, intime Beziehungen endeten f"ur sie nicht mit Phrasen wie: „Ihre Zeit ist abgelaufen. M"ochten Sie verl"angern?“ – „Nein, zieh dich an und hau ab, du Schlampe!“

Sie musste noch ein Jahr in Kiew arbeiten, wenn sie ihr Studium nicht abbrechen wollte. Ihr war es wichtig, die Universit"at abzuschliessen. Natalja sollte ihr Diplom in diesem Jahr erhalten, Stella erst im n"achsten.

„Was jetzt? Denk gef"alligst!“, befahl Stella, die konservative Strategin, sich selbst.

Hurr!

Der Erhalt ihres Diploms war ein grosses Ereignis in Nataljas Leben. Endlich hatte sie sich aus dem Netz dieses verdammten Studiums befreit, dem sie sowieso nur fl"uchtig nachgegangen war, weil eine ganz andere T"atigkeit sie voll auslastete. „Diese f"unf Jahre waren eine reine H"olle! Ein Rattenrennen!“ Selbst ein Hamster in seinem Laufrad war nicht so m"ude, k"orperlich und psychisch, wie Natalja. Gott sei Dank hatte sie immerhin keine Geldprobleme! Das war die Hauptsache.

Sie weinte und lachte gleichzeitig. Offenbar hatte das Amphetamin ihre Nerven endg"ultig zerst"ort. Sie wurde aggressiver und schrie unwillk"urlich Menschen an.

Das fiel ihr selbst auf und sie hatte Angst davor, durchzudrehen. Um sich zu beruhigen, ging sie zu den zwei h"ubschen Jungs, mit denen sie gleichzeitig und v"ollig gratis schlief. F"ur die Seele.

Die Jungs hatten immer Ecstasy dabei. Sie pumpten Natalja damit voll und fickten sie dann in alle ihre L"ocher. Danach fuhr sie weiter feiern, zog von einem Klub zum anderen, soff sich total zu und fiel von Barhockern. Das war ihre Spezialit"at. Es passierte gew"ohnlich dann, wenn sie stockbetrunken am Tresen sass und versuchte, abgest"utzt auf ihren nicht mehr kippsicheren Ellenbogen, anst"andig auszusehen. Krabummm!

Sie krabbelte zur"uck, klammerte sich an die d"unne Querstange des Barhockers und zog sich wie eine Stripperin hinauf. Ein hartes St"uck Akrobatik. Aufger"uttelt von ihrem Sturz, wurde Natalja etwas n"uchterner, zog sich aus, verscheuchte die Stripperinnen von der Stange und tanzte nackt. Dann kroch sie nach Hause, mit M"annern, die sie immer wieder bestahlen, aber sie wusste nicht einmal deren Namen. Am Morgen rief sie Stella an und beschwerte sich "uber die zwei Jungs, bei denen sie am Abend zuvor gewesen war und die beim Rundfunk arbeiteten. Stella rief ihrerseits die Jungs an und h"orte jedes Mal neue blamable Abenteuer ihrer Freundin in respektablen Etablissements. Die Freunde hatten einfach keine andere Wahl, als sie stockbesoffen und unter Drogen zur"uckzulassen und wegzugehen.

„Ach, bist du mal wieder beraubt worden? Und weisst nicht von wem? Bist du sicher, dass du dir noch kein AIDS geholt hast? Das w"urde mich wundern!“

„Verpiss dich, Stella! Den Pips sollst du kriegen! Ich habe immer Kondome dabei. Oh! Ich habe Bier im K"uhlschrank gefunden. Komm r"uber, wir trinken eins!“

„Bin schon unterwegs.“

Wenn sie an die verr"uckte Natalja dachte, kam sie zu dem Schluss, dass sie wahrscheinlich nicht von nur einem Mann beraubt worden war. Vielleicht waren es eher f"unf oder sechs im Laufe der Nacht gewesen. Diese Dame war verw"ohnt und auf Drogen v"ollig inad"aquat.

„Hallo!“

„Oh! Stella, komm rein. Schau mal, wie leer es jetzt bei mir ist. Wenigstens die M"obel haben sie stehenlassen, diese Arschl"ocher! Aber die Gl"aser, die du mir geschenkt hast, haben sie geklaut.“

„Ja, ich weiss noch, diese Gl"aser habe ich dir nach dem vorigen Raub geschenkt“, sagte Stella sarkastisch, als sie die Tr"anen im Nataljas Gesicht bemerkte.

„Du bist fies, Stella! Du hast nichts, was geklaut werden k"onnte, und darum machst du dich "uber mich lustig! Meine Wohnung ist gut ausgestattet, ich habe alles.“

„Ich sehe nur jede Menge Kram. So viel k"onnte kein Dieb mitnehmen! Deine Wohnung ist der reinste Flohmarkt!“

„Und du, Stella, wenn du betrunken bist, verschenkst du alles. Du bist schon mehr als einmal in einer leeren Wohnung aufgewacht.“

„So werde ich jedenfalls nicht ausgeraubt.“

Die M"adchen lachten.

„Ich habe dir doch den Rat gegeben, die Wertsachen entweder bei der Bank zu deponieren oder zu mir zu bringen. Fremde Sachen verschenke ich nicht.“

„Wer weiss!“

Natalja hatte nicht so viel Vertrauen in Stella. Und noch weniger in alle anderen auf diesem Planeten. In ihrem Leben gab es keinen Platz f"ur einen solchen Menschen. Sie war kleinlich und kr"amerhaft. Sie versteckte all ihre Ersparnisse in Socken und W"anden. W"ahrend ihre Nachbarn bei der Arbeit waren, bohrte Natalja eigenh"andig mit dem Schlagbohrer die L"ocher in die W"ande und gab das als Renovierung aus. Bevor sie anfing, beobachtete sie genau und verfolgte mit unverwandtem Blick jeden, der aus dem Haus ging. Dann klingelte sie der Reihen nach an allen T"uren in der Nachbarschaft, um zu "uberpr"ufen, ob die Nachbarn wirklich ihre Wohnungen verlassen hatten.

Eine Wendung im Leben der Gaunerinnen

Eines Abends chattete Stella mit Schenka Kosonoschkin, einem ihrer Klassenkameraden aus Lugansk. Zu ihrem grossen Erstaunen stellte sich heraus, dass der unverbesserliche F"unfenschreiber und Chaot bei einem f"uhrenden Lebensmittelgrossh"andler arbeitete. Zu allem "Uberfluss leitete er die Vertriebsabteilung.

„Kosa, wie hast du das geschafft? Ich kann es gar nicht glauben! Wenn mir jemand gesagt h"atte, dass du im Knast sitzt, w"urde mich das weniger wundern! Und jetzt so was! Direktor Kosa! Ahahaha!“

„Sehr witzig, Stella! Du warst schon immer originell in deinen "Ausserungen!“

„Danke f"ur das Kompliment. Aber jetzt mal im Ernst, wie bist du da hingekommen? Raus mit der Sprache!“

„Ein Dekan an einer Privatuniversit"at in Lugansk hat mir ein Diplom f"ur zweitausend Dollar verkauft. Er hat mir versichert, das Diplom sei echt und entspreche den Standards. Ich liess mir ein bisschen Privatunterricht geben, lernte zum Thema alles, was n"otig war, und voil`a Mademoiselle! Ich bin jetzt nicht mehr der Kosa, mit dem du geschw"anzt und hinter der Schule eine geraucht hast! Ich bin jetzt Evgeni Wladimirowitsch.“

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