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ЖАНРЫ

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Bei der Arbeit f"uhlte sich Natalja wie ein Fisch im Wasser. Als echte Ukrainerin war sie seit ihrer Kindheit an die Landessprache gew"ohnt. Auf Ukrainisch verfasste Dokumente konnte sie schnell lesen. Dadurch f"uhlte sie sich ihrer hochn"asigen Freundin "uberlegen.

Diese empfand das nat"urlich als Beleidigung, aber wie immer fand das rechnerische Gehirn Stellas viel Positives an ihrem gemeinsamen Unterfangen. Nataljas Bem"uhungen, der Freundin ihre Schw"achen unter die Nase zu reiben und den Wettbewerb um den Titel „Die Coolste“ zu gewinnen, f"uhrten dazu, dass das Gesch"aft ausgezeichnet und flott lief. Stella bemerkte, dass Natalja und Denis recht gut zusammenarbeiteten. Unter Nataljas strenger Leitung bewegte er sich schneller und sprach lauter. Entweder wurden die Nerven des Burschen h"arter oder er erwachte aus seinem langen Intelligenzlerschlaf – die Ergebnisse waren jedenfalls ausgezeichnet.

Bei einer solchen Belegschaft konnte sie ruhig schlafen. Nur eins machte ihr Sorgen: die Tatsache, dass alles auf Betrug und Gaunerei aufbaute. Ihre Diplome hatten sie gut versteckt, aber das Risiko war gross. Schliesslich kannten viele Menschen die M"adchen pers"onlich. Stella hatte Angst, entlarvt zu werden, deswegen bem"uhte sie sich, sich nicht an Orten zu zeigen, wo sie Bekannte treffen k"onnte. Aber sie untersch"atzte die Gefahr, die von Natalja oder genauer gesagt von deren Umfeld ausging. Stella projizierte irgendwie jungenhaft ihre eigene Lebenseinstellung auf andere Menschen. Sie hatte gute Freunde, die sie sehr sch"atzten. Sie war ein grossz"ugiger Mensch und beschenkte ihre Freunde reichlich und von ganzem Herzen. Oft half sie den Menschen, die sie ausnutzten. Es kr"ankte Stella sehr, aber sie machte den gleichen Fehler immer und immer wieder. Dabei sagte sie:

„Ich kann mich nicht "andern. Ich komme immer jedem zu Hilfe, der mich braucht. Ich tue das f"ur mich selbst.“

Die falschen Menschen verschwanden schnell aus ihrem Leben. Jeder hatte seinen Preis. Sie nutzten Stella einmalig aus, liehen sich Geld oder Sachen von ihr und gaben nat"urlich nichts zur"uck. Der Hauptvorteil bestand f"ur Stella genau darin, dass sie diese Personen in ihrem Leben nie wieder sah. Es blieben gute und kluge Menschen, die verstanden, dass es keinen Sinn hatte, eine Frau wie sie ein- oder zweimal auszunutzen, wenn es doch m"oglich war, mit ihr einfach befreundet zu sein und sich immer auf sie verlassen zu k"onnen. Jedes Gesch"aft ging ihr flott von der Hand, sie besass immer Geld und der Spass in ihrer Gesellschaft h"orte nie auf. Ihr Lachen und ihre strahlenden Augen sorgten immer f"ur die beste Laune. F"ur einen Freund konnte sie ihr Letztes hingeben. Das wusste bei weitem nicht jeder zu sch"atzen. Manche Leute fingen an, das als selbstverst"andlich anzusehen, und bestahlen oder verrieten sie dann. Stella sagte:

„Jeder und alles hat seinen Preis. Das zeigt mir, dass dieser Mensch meiner Freundschaft genau diesen Wert beimisst. Ich bin bereit, das zu bezahlen und ihm daf"ur zu danken, dass er f"ur so kleines Geld aus meinem Leben verschwunden ist. Gott sei Dank, dass sich die Menschen gerade in Kleinigkeiten outen. Die Lumpen zeigen ihr Wesen sofort. Die Gier kann in Menschen die Oberhand gewinnen. Dann verraten sie heilige Gesetze der Freundschaft und der Ehre. Aber das Schlimmste ist, wenn ein Mensch seine gemeine Natur jahrelang verbirgt.“

Sie wurde nicht gern von Menschen entt"auscht. Zum Beispiel war die Freundschaft mit Natalja f"ur sie eine klare Sache. Sie wusste, was sie davon zu erwarten hatte und was nicht, und im Innersten liebte sie ihre Freundin wirklich.

Natalja verstand Stella und ihre Prinzipien "uberhaupt nicht und dachte, diese sei in jeder Hinsicht neidisch auf sie. Die kantige, arrogante Stella "argerte sie mit ihrer Pingeligkeit und Hochn"asigkeit. Sie glaubte nicht an gute Eigenschaften bei dieser Schlange und war sicher, dass alles, was Stella tat, nur ihrem Eigennutz diente. Sie selbst empfand im Innersten eine starke Bindung an Stella. Wenn Natalja sich schlecht f"uhlte oder krank war, kam diese Schlange und pflegte sie, als ob Natalja ihre Schwester w"are. Sie brachte alle m"oglichen Arzneimittel und Tinkturen mit. Sie kochte f"ur sie Gl"uhwein mit Orangenschale und Zimt nach dem Rezept eines Schweizers. Sie sass so lange bei ihr, bis ihr besser ging. Dann erinnerten sich die beiden an lustige Momente ihres Lebens und lachten.

Natalja hatte immer einen Vorrat an witzige Geschichten.

Bei einem Auftrag hatte Natalja einem Bankdirektor, nat"urlich auf seinen eigenen Wunsch, dessen Hoden so fest eingeschn"urt, dass sie selbst den Knoten nicht mehr "offnen konnte. Die Eier des Direktors schwollen so an, dass sie sich in eine dunkelrote Kugel verwandelten. Er br"ullte wie am Spiess, w"ahrend Natalja ihn von hinten mit ihrem Handy fotografierte.

Stella fiel vom Stuhl vor Lachen. Es gab noch eine interessante Story. Einmal wurde Natalja von zwei Schwulen eingeladen. Sie baten das M"adchen zu versuchen, ihnen beiden gleichzeitig durch ein Rohr, das in den Anus gesteckt wurde – sie nannten es „Tunnel“, – lebende Hamster in den Arsch laufen zu lassen und sie dann aufzufangen, w"ahrend sie sich liebkosten und die Schw"anze lutschten.

„Warum ich?“, fragte Natalja. „Ihr braucht einen dritten Homo und kein M"adchen.“

„Wir sind eifers"uchtig aufeinander“, erkl"arte einen von ihnen. „Wir sind am Anfang unserer Beziehung, noch nicht so lange zusammen. Deshalb brauchen wir f"ur dieses Experiment doch ein M"adchen.“

Natalja h"atte nie gedacht, dass ein Arsch als Tunnel f"ur kleine Nagetiere benutzt werden k"onnte.

Am Ende kehrte ein Hamster aus dem dunklen, stinkenden Loch nicht zur"uck und begann, den Schwulen von innen zu beknabbern.

„Oh je, wie hat dieser Arschficker geheult und gewinselt!“ Er h"upfte wild herum und versuchte, das Nagetier herauszusch"utteln. Der andere rief eilig den Rettungswagen. Dabei machte er Natalja Vorw"urfe, weil sie die Tiere falsch in den Arsch h"atte laufen lassen. Sie h"atte sie angeblich nicht mit den Z"ahnen, sondern mit Hinterteil nach vorn hineinschieben sollen. Dann w"urde das Fell von innen kitzeln und so f"ur den Orgasmus sorgen.

Natalja empfahl dem Arschficker, dorthin zu gehen, wo der arme Hamster gerade stecken geblieben war, nahm ihr Geld und ging, den n"achsten Auftrag zu erf"ullen. Als sie im Taxi sass, beschnupperte sie sich selbst. Sie hatte das Gef"uhl, nach Scheisse und weissen Ratten zu stinken, die sich vor ihren Augen braun f"arbten.

Stella platzte vor Lachen.

„Puh! Natalja, lass mich zu Atem kommen! Ich habe Schluckauf wegen deiner wilden Geschichten.“

Das alles interessierte sie. Es war eine andere Welt voll unglaublicher Geschichten, die sie aus erster Hand zu h"oren bekam.

Die Monate vergingen. Es gab viel zu tun, sie stritten immer weniger. Das Leben bekam einen Arbeitsrhythmus, der sowohl lehrreich, als auch interessant war.

Die Kunden waren unterschiedlich, teils kompliziert und anspruchsvoll, teils unproblematisch und witzig. Unter ihnen gab es ungew"ohnliche Pers"onlichkeiten: Verk"aufer und K"aufer, Immobilienmakler, Banker und andere Gesch"aftsleute. Omas, die ihre H"auser und Wohnungen den Enkelkindern oder den Zeugen Jehovas vermachten.

Stella bemerkte, dass Natalja morgens etwas ramponiert ins B"uro kam. Ihr war klar, dass die Freundin nachts ihrem alten Gewerbe nachging. Leider war diese echte Nymphomanin nicht einmal durch einen anst"andigen B"urojob zu bessern. Sie f"uhrte mit Natalja ein heftiges Gespr"ach und verbot ihr strengstens, auf den Strich zu gehen. Es bestand ernsthaft die M"oglichkeit, unter den Freiern auf Kunden ihres B"uros zu treffen. Natalja wollte nat"urlich keine Belehrungen h"oren. Sie versuchte, die Freundin in ihr so genanntes Privatleben nicht einzuweihen.

Der Niedergang des Imperiums durch Fickgeschichten

So kam der schreckliche Tag, an dem das Imperium der zwei Freundinnen unterging.

Artschik wurde von der Polizei wegen Menschenhandels verhaftet. Er fand sich schnell zurecht und lieferte Natalja und Stella mit ihren ganzen schmutzigen Gesch"aften ans Messer. Er erz"ahlte von ihren gef"alschten Diplomen, um selbst einer Freiheitsstrafe zu entgehen. Der Fall wurde unverz"uglich an die Staatsanwaltschaft abgegeben, geriet aber, Gott sei Dank, auf den Tisch eines Bekannten von Stella, der selbst in Machenschaften verwickelt war, die mit der Er"offnung ihres B"uros zusammenhingen. Leider war er gezwungen, diesen grossen Fall an die "Offentlichkeit zu bringen. An diesem Tag ging alles den Bach hinunter.

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